Hochwasser Hochwasser-Tote in Polen

Warschau/Potsdam. In den Hochwasserfluten in Polen sind bis zum Samstag mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Nach mehreren Dammbrüchen im Süden des Landes mussten Hunderte Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
22.05.2010, 20:10
Lesedauer: 2 Min
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Warschau/Potsdam. In den Hochwasserfluten in Polen sind bis zum Samstag mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Nach mehreren Dammbrüchen im Süden des Landes mussten Hunderte Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Die bedrohlichen Flutwellen auf Weichsel und Oder rollten weiter nach Norden. «Das Hochwasser ist noch nicht vorbei», warnte Polens Regierungschef Donald Tusk nach einer Sitzung des Krisenstabes in Warschau. An einigen Stellen wachse die Gefahr. An der Oder kam es am Samstag zu einem Dammbruch in Breslau, als der Hochwasserscheitel die Stadt passierte. In Brandenburg werden die höchsten Oder-Fluten zur Wochenmitte erwartet.

In Breslau habe das Wasser den Deich an zwei Stellen durchbrochen, sagte ein Feuerwehrsprecher dem Fernsehsender TVN24. Die Wohnsiedlung Kozanow stehe unter Wasser. Helfer versuchten, den Riss zu stopfen. Die Einwohner wurden aufgefordert, das bedrohte Gebiet zu verlassen. Kozanow hatte während der Jahrhundertflut 1997 besonders stark gelitten.

An der Weichsel südlich von Warschau waren am Freitagabend Deiche gebrochen. Hunderte Menschen mussten fliehen. Die Feuerwehr setzte Hubschrauber ein, um durch Wassermassen eingeschlossene Menschen zu retten. In Warschau selbst blieb am Samstag die Lage unter Kontrolle. Die Behörden befürchteten ein Durchsickern des Wassers durch aufgeweichte Dämme. Nördlich der Metropole sind weitere Städte bedroht, so Plock und Wloclawek. Innenminister Jerzy Miller warnte vor einer neuen Regenwelle im Süden des Landes ab Donnerstag.

Die Leiche einer ertrunkenen Frau wurde in der Nähe von Sandomierz gefunden, wie ein Feuerwehrsprecher dem polnischen Rundfunk am Samstag sagte. Teile der Stadt, die rund 200 Kilometer südlich von Warschau liegt, stehen seit Mitte der Woche unter Wasser. In Kattowitz in Oberschlesien ertrank ein Mann.

In Brandenburg herrschte vor dem aus Polen erwarteten Hochwasser am Samstag gespannte Ruhe. Die inzwischen kontinuierlich steigenden Wasserstände lagen nach Angaben des Landesumweltamtes rund 28 bis 49 Zentimeter unter den Richtwerten der Alarmstufe 1, die voraussichtlich am Sonntagabend am Pegel Ratzdorf ausgerufen wird. Die Alarmstufe gilt bereits an einem 28 Kilometer langen Flussabschnitt im Kreis Uckermark, solange dort die angrenzenden Polder geschlossen sind. Bei ihnen handelt es sich um eingedeichtes Marschland, das bei Hochwasser zur Entlastung gezielt geflutet wird.

Die Niederschläge in Osteuropa seien am Freitag geringer ausgefallen als vorhergesagt und der Wasserstand am Pegel Miedonia an der polnisch-tschechischen Grenze wieder unter 7,00 Meter gesunken, teilte das Landesumweltamt mit. Er hatte in den vergangenen Tage schon einmal knapp neun Meter erreicht. Allerdings liegt das Gebiet weiter unter einer ausgedehnten Tiefdruckzone. Am Oberlauf der Oder sollte es am Pfingstwochenende Gewitter geben. (dpa)

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