Österreich Ski heil im Lockdown

Bei strahlendem Sonnenschein und mit frischem Neuschnee ist die österreichische Wintersportgemeinde Ischgl am Freitag in die Saison gestartet. Die Lifte dürfen nur Geimpfte oder Genesene nutzen.
03.12.2021, 16:16
Lesedauer: 2 Min
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Von Sabine Dobel

Bei strahlendem Sonnenschein und mit frischem Neuschnee ist die österreichische Wintersportgemeinde Ischgl am Freitag in die Saison gestartet. An den Liften in dem Tiroler Ort, von dessen Après-Ski-Szene aus sich das Coronavirus Anfang 2020 über Österreichs Grenzen in viele Länder Europas verbreitet hatte, herrschte kaum Betrieb. Rund 150 Skifahrer stiegen am Morgen in der ersten halben Stunde in die frisch desinfizierten Kabinen der Silvrettaseilbahn - an schönen Tagen seien es sonst fast zehn Mal so viele gewesen, sagte Günther Zangerl, Vorstand der Silvrettaseilbahn.

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Unter den Gästen waren viele Einheimische. Hotels und Gastronomie sind wegen des landesweiten Lockdowns geschlossen.

Ischgl hat nach seinem unrühmlichen Debüt 2020 als Corona-Hotspot strikte Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Lifte dürfen nur Geimpfte oder Genesene nutzen, die Nachweise werden zwei Mal kontrolliert. Zudem hatte die Gemeinde schon vor dem Lockdown ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen erlassen. Der Ort setze stärker auf das Naturerlebnis und das länderübergreifende Skigebiet mit dem schweizerischen Samnaun mit 239 Pistenkilometern, hieß es.

In Deutschland hatte bisher nur das Skigebiet an der Zugspitze geöffnet. Am Freitag startete unter anderem in Oberstdorf im Allgäu sowie am Feldberg im Schwarzwald der Skibetrieb - am Feldberg mit 2G-Regel. In Bayern und damit an der Zugspitze und in Oberstdorf gilt hingegen 2G plus. Geimpfte oder Genesene müssen zusätzlich einen negativen Test vorlegen. Mancherorts laufen auch im Nachbarland Österreich schon Lifte, etwa am Stubaier Gletscher und in Kitzbühel.

In Ischgl hatten anders als in anderen österreichischen Gebieten die Lifte im vergangenen Winter komplett still gestanden. Weil in Österreich und der Schweiz unterschiedliche Corona-Regeln galten, hätten Skifahrer aus Ischgl nach ein paar Schwüngen auf Schweizer Gebiet bei der Rückkehr in Quarantäne gemusst.

Zur Sache

Der Schweizer Hotelverband bewertet es als „verheerend“, dass Deutschland die Schweiz wegen hoher Corona-Infektionszahlen zum Hochrisikogebiet erklärt hat. Eine Quarantäne von zehn Tagen für Ungeimpfte würde sicher Gäste davon abhalten, Ferien in der Schweiz zu verbringen, sagte Karin Sieber, Verbandssprecherin,  am Freitag.

Auch Maßnahmen der Schweiz selbst machten die Lage schwierig, sagte Sieber. Ab Samstag müssen Einreisende aus allen Ländern, auch Geimpfte und Genesene, aber einen negativen PCR-Test vorlegen und nach der Einreise einen weiteren Test machen.

Im Gegensatz zu anderen Ländern waren Skianlagen und Hotels in der Schweiz im vergangenen Winter offen. Durch viele Buchungen aus dem Inland war der Einbruch weniger schlimm als in den Nachbarländern.

Der Verband Schweiz Tourismus sieht die Einstufung als Hochrisikogebiet gelassener. „Reisebeschränkungen sind für den Schweizer Tourismus schädlich“, sagte zwar Sprecher André Aschwanden. Allerdings sei die Impfquote in Deutschland so hoch, dass immer noch viele Deutsche frei in die Schweiz einreisen könnten. „Und das wäre immer noch besser für die Branche als die Situation im letzten Winter 2020/2021 ganz ohne ausländische Gäste“, sagte er.

Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

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