Acht Jahre nach Tsunami und Fukushima-GAU Japan gedenkt der Opfer

Tausende Menschen fielen dem Tsunami 2011 in Japan zum Opfer. Mittlerweile ist der Staat stolz auf die Fortschritte beim Wiederaufbau. Viele leben jedoch noch immer entwurzelt. Der Rückbau der Atomruine Fukushima wird noch Jahrzehnte dauern.
11.03.2019, 07:45
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Mit Gebeten und einer Schweigeminute hat Japan der Opfer der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vor acht Jahren gedacht. Um 14.46 Uhr Ortszeit (6.46 Uhr MEZ) legten die Menschen bei einer staatlichen Gedenkzeremonie in Tokio sowie an vielen anderen Orten eine Schweigeminute ein. Zu dem Zeitpunkt hatte am 11. März 2011 das Beben die Region Tohoku im Nordosten des Landes erschüttert. Eine gigantische Flutwelle bäumte sich damals an der Pazifikküste auf und walzte alles nieder: Häuser, Häfen, Schulen, Friedhöfe. Dörfer, Städte und riesige Anbauflächen versanken in den Wasser- und Schlammmassen. Rund 20.000 Menschen starben. In Fukushima kam es im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu Kernschmelzen.

Japans rechtskonservativer Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte bei der Gedenkfeier im Nationaltheater von Tokio, der Wiederaufbau der Katastrophenregion mache "stetig Fortschritte". Im kommenden Jahr richtet das Land die Olympischen Spiele aus, die Auftaktspiele im Baseball und Softball sollen in Fukushima stattfinden. Von den 470.000 Menschen, die zwischenzeitlich wegen der Dreifach-Katastrophe fliehen mussten, leben jedoch noch immer 52.000 Menschen entwurzelt. Rund 1300 Betroffene sind weiter in Behelfsunterkünften untergebracht. Grund sind unter anderem Verzögerungen beim Bau von Ersatzwohnungen und finanzielle Probleme.

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Rund 2500 der Opfer gelten auch nach acht Jahren offiziell als vermisst. Noch immer werden Suchaktionen organisiert. In Japan können die Menschen den Tod nur akzeptieren, wenn die Gebeine gefunden werden. "Ich habe immer noch das Gefühl, dass er eines Tages plötzlich auftaucht", erzählt eine 20-jährige Japanerin, deren Bruder vom Tsunami fortgerissen worden war, Reportern. Bei Regen und stürmischen Böen beteten Überlebende und Angehörige für die Opfer. Die Unglücksregion soll heute unter anderem dank einer riesigen Tsunami-Schutzmauer besser gegen solche Katastrophen geschützt sein.

In Fukushima hat die Regierung die Evakuierungsanordnungen für viele der Gemeinden nahe der Atomruine zwar inzwischen aufgehoben, nachdem der Staat weite Gebiete hatte dekontaminieren lassen. Doch nur wenige frühere Anwohner sind bislang in ihre früheren Häuser zurückgekehrt. Derweil berichtet der Atombetreiber Tepco von "deutlichen Fortschritten" in der Atomruine. Die Strahlenwerte auf dem Gelände seien deutlich gesenkt worden. Tepco hofft, mit der Bergung des geschmolzenen Brennstoffs aus den Reaktoren im Jahr 2021 beginnen zu können. Bis die Atomruine zurückgebaut ist, wird es aber noch Jahrzehnte dauern. (dpa)

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