Karneval Karneval von Venedig beginnt mit Engelsflug

Venedig. Unter strahlend blauem Himmel hat sich am Sonntag beim traditionellen «Volo dell'angelo», dem Engelsflug des Karnevals von Venedig, eine junge Schöne vom Campanile auf den Markusplatz geschwungen.
07.02.2010, 16:50
Lesedauer: 2 Min
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Venedig. Unter strahlend blauem Himmel hat sich am Sonntag beim traditionellen «Volo dell'angelo», dem Engelsflug des Karnevals von Venedig, eine junge Schöne vom Campanile auf den Markusplatz geschwungen.

In einer Konfettiwolke stürzte sich die 22-Jährige vom 99 Meter hohen Glockenturm unter brausendem Beifall in die maskierte Menge. Der Engel ist in diesem Jahr die 22-jährige Bianca Brandolini D'Adda - eine Großnichte des Fiat-Magnaten Gianni Agnelli.

«Ich hatte schreckliche Angst», erzählt das Mädchen in einem raschelnden, weißen Rüschenkleid kurz nach der Landung dem italienischen Fernsehen. Dennoch sei es so schön gewesen, dass sie sofort noch einmal springen würde. Ihr «Landeplatz», die berühmte Piazza San Marco, ist für das zehntägige Kostümfest auch in diesem Jahr komplett in einen fantastischen Zaubergarten verwandelt worden.

«Ein Markusplatz, der auch die venezianischen Familien erfreut», schwärmten die Organisatoren. Aber auch Tausende von Touristen wandelten bereits in dem blumigen Garten um die riesige, grüne Statue des geflügelten Markuslöwen, dem Wahrzeichen der Stadt. Die floreale Magie scheint Erfolg zu haben: Von über 75 000 begeisterten Kostümfans berichteten italienische Medien am Sonntag.

«Carnevale di Venezia», das klingt den Narren in aller Welt wie Musik in den Ohren. Die meisten denken an aufwendige Masken, prunkvolle Kostüme: Der venezianische Mummenschanz hat sich jedoch verändert. Nach dem Motto «Sensation - 6 Sinne für 6 Stadtviertel» sieht das Programm keine Masken in den offiziellen Umzügen mehr vor und will die karnevalsmüden Einwohner von Venedig stärker einbeziehen. Jedes Stadtviertel hat einen bestimmten Sinn zugeteilt bekommen, wobei der «6. Sinn» - der Geist samt seiner Vorstellungskraft - dem Viertel San Marco zugeordnet wurde, dem Herzen der Stadt rund um den Markusplatz.

Als einen Höhepunkt der Karnevalstage präsentierte der künstlerische Leiter Marco Balich diesmal ein Spiel: Bei dem «Carnivalia» getauften Amüsement können Besucher sich in einer Art Schnitzeljagd durch die Lagunenstadt bewegen. Dabei entdecken sie auf den Spuren des legendären Frauenhelden Casanova venezianische Geschichte und Geschichten rund um das Fest der Verkleidung.

Am Vorabend hatte auf dem Markusplatz der 80-jährige italienische Theaterschauspieler Ferruccio Soleri Tausende Menschen zum Lachen gebracht. Für besonderes Aufsehen sorgte auf der Open-Air-Bühne bei fünf Grad und Regen vor allem auch ein Striptease - außerhalb des Programms. Wohl in Anspielung auf die britische Filmkomödie «Ganz oder gar nicht» (1997), in der Arbeitslose in ihrer Verzweiflung versuchen, mit Strippen Geld zu verdienen, wollten drei Beschäftigte des US-amerikanischen Aluminiumriesen Alcoa auf ihre Lage aufmerksam machen. Der in die roten Zahlen gerutschte Konzern hatte vor kurzem angekündigt, seine Werke in Italien sechs Monate lang zu schließen.

Das «schönste Fest der Welt» in venezianischer Version dauert noch bis zum 16. Februar. (dpa)

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