Natur „Keine Spaßveranstaltung“: Bienenhalter benötigen Fachwissen

Etwas für die Umwelt tun und leckeren Honig ernten: Immer mehr Menschen in Niedersachsen entdecken die Imkerei als Hobby. Das Bieneninstitut in Celle hilft bei der Vorbereitung - neuerdings auch mit Filmen auf YouTube.
20.05.2022, 08:35
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Eigene Bienen zu halten wird immer beliebter, jedoch sollten sich angehende Imkerinnen und Imker gut schulen lassen. „Man muss Fachwissen haben“, sagte Otto Boecking, kommissarischer Leiter des Bieneninstituts in Celle, der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist keine Spaßveranstaltung und keine Briefmarkensammlung.“ Im Sinne des Tierwohls sei es wichtig, dass die Halter bestimmte Standards einhalten. Das Bieneninstitut ist eine Einrichtung des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Es will künftig verstärkt auch über soziale Medien informieren und damit verstärkt junge Bienenfreundinnen und -freunde erreichen.

An diesem Freitag - dem Weltbienentag - startet ein eigener YouTube-Kanal. Für die Lehr-Videos hat sich das Bieneninstitut Unterstützung von einer Agrarwissenschaftlerin und Imkerin geholt, die auch YouTuberin ist.

In Niedersachsen kommen nach Laves-Angaben seit 2018 jedes Jahr rund 1000 Imkerinnen und Imker hinzu - etwa 20 Prozent sind Frauen, Tendenz steigend. Landesweit gibt es inzwischen mindestens 14.000 Halter, die etwa 100.000 Bienenvölker betreuen.

Im vergangenen Herbst hatte die Koalition von SPD und CDU in Hannover angekündigt, sich für einen Sachkundenachweis - also eine Art Imker-Führerschein - auf Bundesebene stark machen zu wollen. Nach Angaben des Leiters des Bieneninstituts ist dieses Vorhaben bisher nicht realisiert worden.

Rund 80 Prozent der Hobby-Imker seien ohnehin in Vereinen organisiert, wo sie Zugang zu Informationen erhalten, sagte Boecking. Die restlichen versuche man, auf anderen Wegen - etwa über soziale Medien - zu erreichen. Nach derzeitiger Rechtslage müssen Imkereien lediglich bei den zuständigen Veterinärbehörden angemeldet werden, die Betreiber benötigen keine Genehmigung.

Dabei haben sie eine große Verantwortung für ihre Tiere, etwa wenn es zu Krankheitsausbrüchen kommt. Auch ist beim Start der Standort für den Bienenstock entscheidend. Auf einem Hochhaus zum Beispiel seien die Tiere meist zu viel Sonneneinstrahlung und zu viel Wind ausgesetzt, sagte der promovierte Agrarwissenschaftler.

Das Institut in Celle kümmert sich nicht nur um Honigbienen und die Ausbildung von Hobby- sowie professionellen Imkern, es engagiert sich auch für den Schutz von Wildbienen. Laut Boecking gibt es bundesweit rund 580 Wildbienenarten, davon kommen 360 Arten in Niedersachsen vor. Die Hälfte sei gefährdet. Das Institut gibt Tipps, wie sich Gärten und Balkone bienenfreundlich umgestalten lassen.

Als Bestäuber von Pflanzen sind Wildbienen - wie etliche andere Insekten auch - unersetzlich für unsere Ökosysteme. Laut Naturschutzbund (Nabu) müssten wir ohne Insekten zum Beispiel auf viele Obst- und Gemüsesorten verzichten.

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