Kommentar über den Kirchen-Streit

Klare Ansage

Gespräch mit Pastor Latzel, Presseerklärung mit der Vokabel Entschuldigung schreiben – und Ruhe ist? Womöglich haben die obersten Vertreter der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) das gehofft.
04.02.2015, 20:00
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Von Peter Voith
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Voith (Kommentarbild)

Volker Crone

Gespräch mit Pastor Latzel, Presseerklärung mit der Vokabel Entschuldigung schreiben – und Ruhe ist? Womöglich haben die obersten Vertreter der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) das gehofft. Doch weder der fundamentalistische St.-Martini-Pastor auf der einen, noch die auf Dialog und Toleranz bedachten Pastoren auf der anderen Seite werden Ruhe geben. Kompromisse finden? In diesem Grundsatz-Streit ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Was also tun? Egal was – aber bitte nicht herumeiern mit halbgaren bis geheuchelten Entschuldigungen. Entweder die BEK steht zu ihrer Verfassung, die den jeweiligen Gemeinden eine Selbstbestimmung in Glaubens-, Gewissens- und Lehrfragen einräumt, wie sie im Verbund der evangelischen Kirchen deutschlandweit einmalig ist.

Dann muss sie – abgesehen von strafrechtlich relevanten Positionen – auch die Ansichten eines Olaf Latzel in Fragen zur Stellung der Frau in der Kirche, in Fragen der nicht vorhandenen Toleranz gegenüber Andersgläubigen oder auch Homosexuellen ertragen. Oder aber: Die BEK erkennt an, dass die St.-Martini-Gemeinde mit ihrem Verständnis von Christentum nichts zu tun hat. Dann muss sie bereit sein, ihre Verfassung infrage zu stellen und die Autonomie der einzelnen Gemeinden zu opfern. Und mit ihr die von St.-Martini.

peter.voith@weser-kurier.de

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