NRW-Innenminister zieht Notbremse Kölns Polizeichef zeigt Verständnis für Rauswurf

Nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof hat NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) den in die Kritik geratenen Polizeipräsidenten Wolfgang Albers in den einstweiligen Ruhestand versetzt.
08.01.2016, 17:51
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Nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof hat NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) den in die Kritik geratenen Polizeipräsidenten Wolfgang Albers in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

"Meine Entscheidung ist jetzt notwendig, um das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Handlungsfähigkeit der Kölner Polizei zurückzugewinnen - auch mit Blick auf die anstehenden Großveranstaltungen", teilte Jäger am Freitag in Düsseldorf mit. Er habe Albers diese Entscheidung in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Albers hat dafür großes Verständnis. Die öffentliche Debatte um ihn und sein Verhalten nach den chaotischen Szenen könne die Arbeit der Polizei erschweren und verzögern. "Deshalb verstehe ich die heutige Entscheidung von NRW-Innenminister Ralf Jäger", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme von Albers.

Zuletzt waren zunehmend Rücktrittsforderungen gegen Albers laut geworden. Unter anderem war Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) deutlich auf Distanz gegangen. Dem Polizeipräsidenten wurde unter anderem vorgeworfen, die Öffentlichkeit nach den Übergriffen nicht rechtzeitig informiert zu haben und Informationen unter anderem über die Herkunft der Verdächtigen zurückgehalten zu haben.

Die Polizei habe nun die Aufgabe, die Vorfälle in der Silvesternacht vollständig aufzuarbeiten "und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen", betonte Jäger in der Mitteilung. "Die Menschen wollen zurecht wissen, was in dieser Silvesternacht passiert ist, wer die Täter sind und wie solche Vorfälle zukünftig verhindert werden können."

Aus einer Gruppe von 1000 Männern heraus hatten sich in der Silvesternacht kleinere Gruppen gebildet, die Frauen umzingelt, sexuell bedrängt und bestohlen haben sollen. Der Polizeieinsatz war von vielen Seiten scharf kritisiert worden, unter anderem von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Informationen über den Einsatzablauf kamen nur stückchenweise ans Licht. (dpa)

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