Äthiopischer Ministerpräsident

Kommentar: Abiy Ahmed hat den Friedensnobelpreis verdient

Der äthiopische Ministerpräsidenten Abiy Ahmed bekommt in diesem Jahr den Friedensnobelpreis – als Ansporn, Begonnenes fortzusetzen. Eine richtige Einschätzung, findet Philipp Hedemann.
11.10.2019, 17:55
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Von Philipp Hedemann
Kommentar: Abiy Ahmed hat den Friedensnobelpreis verdient

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed erhält den Friedensnobelpreis 2019.

Francisco Seco/dpa

In seiner Begründung für die Verleihung des Friedensnobelpreises an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed geht das Friedensnobelpreis-Komitee gleich auf die erwartbare Kritik an ihrer Entscheidung ein. Die wichtigste Auszeichnung der Welt an einen 43-jährigen Regierungschef, der seit gerade mal eineinhalb Jahren im Amt ist? An einen Mann, der selbst als Soldat gegen das Land kämpfte, mit dem er jetzt Frieden schloss? An einen Regierungschef, dessen Land seit seinem Amtsantritt von schweren ethnisch motivierten Ausschreitungen mit vielen Toten erschüttert wird?

All diese Fragen sind berechtigt. Doch noch berechtigter ist, dass Ahmed Abiy den Friedensnobelpreis bekommt. Er hat ihn verdient – für das, was er in eineinhalb Jahren bereits erreicht hat. Vor seinem Amtsantritt hätten fast alle Äthiopier einen Frieden mit Eritrea und die zahlreichen demokratische Reformen im eigenen Land für undenkbar gehalten. Die Auszeichnung kommt zu einem richtigen und wichtigen Zeitpunkt.

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Es ist nicht das erste Mal, dass der begehrte Preis nicht nur in Anerkennung für bereits Geleistetes, sondern auch als Ansporn, Begonnenes fortzusetzen, verliehen worden ist. So will das Friedensnobelpreis-Komitee auch die Ehre für Abiy verstanden wissen. Die Bemühungen des jüngsten afrikanischen Regierungschefs verdienen Anerkennung und benötigen Ermutigung. Und zwar jetzt, heißt es aus Oslo. Eine richtige Einschätzung.

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