Pascal Faltermann über Mahndorf

Kommentar: Sieht so die Willkommenskultur aus?

Vielleicht gibt es einen Grund, das Übergangswohnheim für 300 Geflüchtete im Bremer Ortsteil Mahndorf nicht zu bauen. Allerdings sieht der trockengelegte Tümpel stark nach einem vorgeschobenen Grund aus.
10.06.2016, 00:00
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Kommentar: Sieht so die Willkommenskultur aus?
Von Pascal Faltermann
Kommentar: Sieht so die Willkommenskultur aus?

Der Seefrosch könnte in Mahndorf den Bau eines Übergangswohnheims für Flüchtlinge verhindern.

dpa

Vielleicht gibt es einen Grund, das Übergangswohnheim für 300 Geflüchtete im Bremer Ortsteil Mahndorf nicht zu bauen. Allerdings sieht der trockengelegte Tümpel stark nach einem vorgeschobenen Grund aus.

Es gibt bestimmt 1000 Gründe, ein Bauvorhaben zu verhindern. Vielleicht gibt es auch einen Grund, das Übergangswohnheim für 300 Geflüchtete im Bremer Ortsteil Mahndorf nicht zu bauen.

Es war definitiv ungeschickt und vorschnell von dem Bauherren, ohne Genehmigung ein Biotop auf dem als Gewerbegebiet ausgewiesenen Grundstück abzupumpen. Denn so kam es, wie es kommen musste: Mitarbeiter der Umweltbehörde fanden Amphibien (Seefrösche) und Pflanzen, die unter Schutz stehen.

Das erinnert an den Juchtenkäfer, den Stuttgart-21-Gegner nutzten, um Baumfällaktionen für den neuen Bahnhof zu verhindern. Allerdings sieht der trockengelegte Tümpel stark nach einem vorgeschobenen Grund aus.

Die Bürgerinitiative, die den Bau des Wohnheims stoppen will, nennt zudem die Angst vor der Entstehung eines Ghettos und sozialen Brennpunktes als Argument und fordert eine ethnische Trennung der Flüchtlingsgruppe und ein besseres Sicherheitskonzept.

Sieht so die Willkommenskultur aus? Oder sind das Ängste besorgter Bürger? Mit diesen Gründen werden Menschen stigmatisiert, die vor dem Krieg geflüchtet sind und kein Zuhause haben.

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