„Fridays for Future“ Kommentar über Klimaproteste: Nicht nachlassen

So langsam zeigen die Proteste von „Fridays for Future“ Wirkung, meint unser Autor. Er fordert die Demonstranten auf, weiter auf die Straße zu gehen und der Politik Feuer unter dem Hintern zu machen.
30.11.2019, 11:23
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Kommentar über Klimaproteste: Nicht nachlassen
Von Micha Bustian

Und wieder hat es die Initiative Fridays For Future geschafft: Hunderttausende gingen deutschlandweit auf die Straßen. Hunderttausende protestierten dagegen, dass wirtschaftliche Interessen der Umwelt vorgezogen werden. Und so langsam zeigt der Protest Wirkung. Die Politik stellt Milliarden zur Verfügung, global agierende Unternehmen denken um, nutzen Klimafreundlichkeit inzwischen als Marketinginstrument. Es geht voran.

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Nur: In den Köpfen vieler Menschen ist noch nicht angekommen, dass die Menschheit auf eine Klimakatastrophe zusteuert. Immer noch diktieren Bequemlichkeit und Geiz das Handeln vieler. Da werden 400 Meter zum Bäcker mit dem Auto gefahren, weil es regnet. Da werden Gärten zugepflastert, weil man den Rasen ja mähen müsste. Da wird von Hamburg nach Frankfurt geflogen, obwohl die Bahn nicht deutlich länger braucht. Grund: Der Flug ist günstiger.

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Kleinigkeiten? Sicher! Wenn solche Beispiele im Einzelfall betrachtet werden. In der Masse würde der Verzicht Einzelner aber schon eine Menge bringen. Also, ihr jungen Menschen, die ihr so fleißig demonstriert. Sprecht den Autofahrer an, der mit laufendem Motor an Straßenrand steht und auf sein Handy starrt. Überredet ihn freundlich, seinen Wagen auszustellen. Macht mit euren Eltern am Wochenende eine Radtour zum Heiligenberg, anstatt PS-betrieben den 80 Kilometer entfernten Vergnügungspark anzusteuern. Und vor allem: Geht weiter auf die Straße und macht der Politik Feuer unter dem Hintern. Denn wenn ihr nachlasst, werden sie auch nachlassen.

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