75 Jahre Kriegsende

Kriegsfilme in allen Facetten

Mal Aufklärung, mal Heldenepos. Mal mitten auf dem Schlachtfeld, mal ganz am Rand – Kriegsfilme haben viele Facetten. In unserer Galerie stellen wir einige vor, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg befassen.
07.05.2020, 06:22
Lesedauer: 6 Min
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Von Alexandra Knief und Maurice Arndt
Kriegsfilme in allen Facetten

"Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat"

"Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat" (2008), kennen Jüngere sicher aus dem Geschichtsunterricht. Der Spielfilm befasst sich mit dem namensgebenden Putsch auf Hitlers Regierung durch den Wehrmachtsoffizier Claus von Stauffenberg. Dieser versucht, Hitler zu töten und zu ersetzen. Unter seiner Beteiligung entsteht ein vermeintlich brillanter Plan – die Operation Walküre. Sie beschreibt die Aufstellung einer Schattenregierung, die Hitler nach dessen Tod legitim ersetzen soll. Doch das Schicksal und die Umstände bringen Stauffenberg in eine riskante Lage.

frei

Von antiken Schlachten, über Bürger-, Vietnam-, Golf- und Weltkriege bis hin zu Science-Fiction-geladenen Gefechten, die in einer fernen Zukunft spielen. Kriege waren und sind ein viel behandeltes Thema in der Filmgeschichte. Und so stand auch der Zweite Weltkrieg immer wieder im Zentrum vieler Drehbücher. Mal ist es das Schlachtgeschehen selbst, das im Mittelpunkt steht. Mal ist es das Schicksal der Menschen fernab des Schützengrabens. Einige Filme sprechen sich in ihrer Botschaft klar gegen Krieg aus, andere feiern ihre Protagonisten als ehrenwerte Kriegshelden, die gerade ein spannendes Abenteuer erlebt haben. Einige Filme wollen aufklären und Geschichte vermitteln, bei anderen wiederum geht es vor allem um actionreiche Bilder. Wir stellen eine Auswahl vor.

Übrigens: Schon während des Krieges gab es viele Filme. Sie wurden vor allem als Propagandamittel eingesetzt. Die Nazis wollten die Bevölkerung so zum Durchhalten motivieren. Auch die Amerikaner betrieben mit Filmen wie „Air Force“ (1943) Kriegspropaganda. Das endete allerdings mit dem Kriegsende 1945. In den Jahren nach dem Krieg sind nur sehr wenig Filme darüber entstanden. Niemand wollte das Kampfgeschehen sehen, Heimat- und Liebesfilme sowie Komödien erfreuten sich größerer Beliebtheit.

Volker Lechtenbrink

"Die Brücke"

Der Film "Die Brücke" (1959) kann wohl als erster (Anti-)Kriegsfilm aus Deutschland bezeichnet werden. Das für den Oscar nominierte Drama erzählt von sieben Jugendlichen aus einer deutschen Kleinstadt, die kurz vor Kriegsende eingezogen werden. Sie sollen eine Brücke in ihrer Heimatstadt überwachen, eine vermeintlich ungefährliche Aufgabe, die am Ende allerdings einen großen Teil der jungen Männer das Leben kostet und einmal mehr verdeutlicht, wie viele Menschen in diesem Krieg ihr Leben verloren.

Foto: DPA
Entscheidung im Streit um «Das Boot»

"Das Boot"

Ähnlich bedrückend geriet auch "Das Boot" (1981) von Wolfgang Petersen. Die Geschichte spielt Ende 1941 und schildert die Erlebnisse der Besatzung eines deutschen U-Boots während des U-Boot-Kriegs im Atlantik. Der Film war für damalige Verhältnisse teuer produziert, wurde in anderen Ländern mit Lob überschüttet und für alle großen Filmpreise nominiert. In Deutschland hingegen wurde er von der Presse anfangs harsch kritisiert, teils sogar als Nazi-sympathisierend missinterpretiert. Erst die 1985 ausgestrahlte, weitaus längere Fernsehfassung des Filmes änderte dies. 2018 startete Sky eine Neuauflage der Geschichte als Serie – mit eher mittelmäßigem Erfolg.

Foto: DPA
Oscar  "Der Soldat James Ryan"

"Der Soldat James Ryan"

Mit der Zeit werden bei vielen Kriegsfilmen technische Aspekte teils wichtiger als historische. Der Zuschauer soll das Gefühl bekommen, mittendrin statt nur dabei zu sein. Mit fünf Oscars zählt der amerikanische Film "Der Soldat James Ryan" (1998) von Steven Spielberg zu den erfolgreichsten Filmen über den Zweiten Weltkrieg. Die Rahmenhandlung des Filmes – die Rettung eines Mannes, dessen drei Brüder vermeintlich bereits gefallen sind – beruht auf einer wahren Begebenheit. Die meisten Details sind Fiktion. Was die realistische Darstellung von Kriegsgeschehen angeht, hat Spielbergs Film damals jedoch neue Maßstäbe gesetzt.

Foto: UIP
Kinostart - Dunkirk

"Dunkirk"

Eines der neueren Beispiele, wenn es um Filme über den Zweiten Weltkrieg geht, ist Christopher Nolans "Dunkirk" (2017), der sich mit der Evakuierung der über 300.000 britischen Soldaten über den Ärmelkanal befasst, als diese in der nordfranzösischen Stadt Dünkirchen von den Deutschen eingekesselt waren.

Foto: HANDOUT
Kinostart - "Die dunkelste Stunde"

"Die Dunkelste Stunde"

Auch Joe Wrights "Die Dunkelste Stunde" (2018) behandelt die Rettung aus Dünkirchen, eingebettet in eine breitere Erzählung über die Zeit nach dem Amtsantritt von Winston Churchill als Premierminister ab 1940.

Foto: Jack English
Holocaust-Drama «Schindlers Liste» für einen Tag im Kino

"Schindlers Liste"

Steven Spielberg verlagerte 1993 in "Schindlers Liste" den Schwerpunkt vom Kriegsgeschehen auf den Holocaust und erzählt die Geschichte des deutschen Industriellen Oscar Schindler, der seine jüdischen Mitarbeiter vor der Deportation rettete.

Foto: -
Kinostarts - "Der Junge im gestreiften Pyjama"

"Der Junge im gestreiften Pyjama"

Einen Schauplatz fernab der Front bietet auch das Drama "Der Junge im gestreiften Pyjama" (2008) von Mark Herman. Der Film begleitet den achtjährigen Sohn eines Nazioffiziers, der sich durch den Zaun hindurch mit einem gleichaltrigen Insassen eines Konzentrationslagers anfreundet.

Foto: A3322 Miramax Film
Kinostart - "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl"

"Als Hitler das rosa Kaninchen stahl"

Auch im Film "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" (2019), der das gleichnamige Buch von Judith Kerr verfilmt, steht mit der kleinen Anna Kemper ein Kind im Vordergrund. Im Jahr 1933 gerät ihr Leben völlig aus den Fugen: Denn nach Hitlers Machtergreifung ist ihr Vater Arthur gezwungen, das Land zu verlassen. Der berühmte Theaterkritiker und erklärte Feind der Nationalsozialisten beschließt, aus Berlin in die Schweiz zu flüchten. Seine Frau Dorothea sowie Anna und Sohn Max kommen nach. Doch es muss schnell gehen, Zeit zu packen, bleibt kaum: Und so kommt es, dass Anna ausgerechnet ihr rosa Stoffkaninchen zurücklassen muss. Während Anna ihr geliebtes Stoffkaninchen schmerzlich vermisst, ist sie dennoch davon überzeugt, dass schon alles irgendwie gut gehen wird, solange ihre Familie zusammenhält.

Foto: Frédéric Batier
"Inglourious Basterds" kommt Donnerstag in die Kinos

"Inglourious Basterds"

Quentin Tarantino feiert 2009 Erfolge mit seiner Kriegssatire "Inglourious Basterds", die eine völlig neue Geschichte im Weltkriegssetting erzählt. Im von Nazis besetzten Frankreich muss Shosanna Dreyfus mit ansehen, wie ihre Familie durch den Nazi-Oberst Hans Landa brutal hingerichtet wird. Nur knapp kann sie entkommen und flieht nach Paris, wo sie sich als Kinobesitzerin eine neue Identität und Existenz aufbaut. Zur gleichen Zeit formt Offizier Aldo Raine eine Elitetruppe aus jüdischen Soldaten, die gezielte Vergeltungsschläge gegen Nazis und Kollaborateure durchführen soll.

Foto: Francois Duhamel
"Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat" 
 "Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat" (2008), kennen Jüngere sicher aus dem Geschichtsunterricht. Der Spielfilm befasst sich mit dem namensgebenden Putsch auf Hitlers Regierung durch den Wehrmachtsoffizier Claus von Stauffenberg. Dieser versucht, Hitler zu töten und zu ersetzen. Unter seiner Beteiligung entsteht ein vermeintlich brillanter Plan – die Operation Walküre. Sie beschreibt die Aufstellung einer Schattenregierung, die Hitler nach dessen Tod legitim ersetzen soll. Doch das Schicksal und die Umstände bringen Stauffenberg in eine riskante Lage.

"Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat"

"Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat" (2008), kennen Jüngere sicher aus dem Geschichtsunterricht. Der Spielfilm befasst sich mit dem namensgebenden Putsch auf Hitlers Regierung durch den Wehrmachtsoffizier Claus von Stauffenberg. Dieser versucht, Hitler zu töten und zu ersetzen. Unter seiner Beteiligung entsteht ein vermeintlich brillanter Plan – die Operation Walküre. Sie beschreibt die Aufstellung einer Schattenregierung, die Hitler nach dessen Tod legitim ersetzen soll. Doch das Schicksal und die Umstände bringen Stauffenberg in eine riskante Lage.

Foto: frei
"Herz aus Stahl" 
 Der Zweite Weltkrieg ist im April 1945 fast vorbei, doch gerade die letzten Kilometer ins Herz des Deutschen Reiches sind besonders hart umkämpft. Der Film "Herz aus Stahl" (2014) zeigt Sergeant Wardaddy, der an vorderster Front kämpft und seinen Sherman-Panzer Fury mit fünf Soldaten befehligt. Kurz bevor die Kapitulation unterzeichnet wird, bekommt er einen letzten Auftrag: Mit seinem Panzer soll er weit hinter die feindlichen Linien vorstoßen, um das Nazi-Regime endgültig in die Knie zu zwingen.

"Herz aus Stahl"

Der Zweite Weltkrieg ist im April 1945 fast vorbei, doch gerade die letzten Kilometer ins Herz des Deutschen Reiches sind besonders hart umkämpft. Der Film "Herz aus Stahl" (2014) zeigt Sergeant Wardaddy, der an vorderster Front kämpft und seinen Sherman-Panzer Fury mit fünf Soldaten befehligt. Kurz bevor die Kapitulation unterzeichnet wird, bekommt er einen letzten Auftrag: Mit seinem Panzer soll er weit hinter die feindlichen Linien vorstoßen, um das Nazi-Regime endgültig in die Knie zu zwingen.

Foto: SONY PICTURES
Bruno Ganz gestorben

"Der Untergang"

Von den letzten Tagen des Krieges, jedoch aus Deutscher Perspektive handelt "Der Untergang" (2004). Während im April 1945 das Volk in Berlin auf seinen namensgebenden Untergang wartet und in den Straßen der Hauptstadt Häuserkampfe toben, hat Hitler sich mit einigen Generälen und engsten Vertrauten im Führerbunker verschanzt. Zu ihnen gehört auch Traudl Junge, seine Privatsekretärin, die ihn nicht im Stich lassen will. Während draußen die Lage immer mehr eskaliert und die Rote Armee weiter vorrückt, erlebt Hitler den Untergang des Dritten Reiches hinter Bunkermauern.

Foto: Constantin Film
"Monuments Men" 
 Nicht auf dem Schlachtfeld spielt die Geschichte der "Monuments Men" (2014): Sieben britische und amerikanische Kunstexperten sollen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wichtige Kunstschätze vor der Zerstörung durch die Nazis bewahren und ihren rechtmäßigen Besitzern zurückbringen. Doch die alternden Museumsdirektoren, Professoren und Kuratoren sind nicht gerade gut gerüstet für den harten Kriegsalltag. Die Mission der Truppe hinter den feindlichen Linien droht zu einem Himmelfahrtskommando zu werden.

"Monuments Men"

Nicht auf dem Schlachtfeld spielt die Geschichte der "Monuments Men" (2014): Sieben britische und amerikanische Kunstexperten sollen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wichtige Kunstschätze vor der Zerstörung durch die Nazis bewahren und ihren rechtmäßigen Besitzern zurückbringen. Doch die alternden Museumsdirektoren, Professoren und Kuratoren sind nicht gerade gut gerüstet für den harten Kriegsalltag. Die Mission der Truppe hinter den feindlichen Linien droht zu einem Himmelfahrtskommando zu werden.

Kinostart - "Hacksaw Ridge"

"Hacksaw Ridge"

Nicht kämpfen möchte auch der Desmond Doss in "Hacksaw Ridge" (2017). Während des Zweiten Weltkriegs meldet sich der Medizinstudent freiwillig zum Dienst in der US-Armee, doch er weigert sich, eine Waffe zu tragen. Er will Leben retten, nicht nehmen. Das macht ihn zum Gespött seiner Vorgesetzten und Kameraden, die seine Weltanschauung für deplaziert halten. Doss zieht schließlich unbewaffnet als Sanitäter an die Front im nördlichen Japan. Bei der Schlacht um Okinawa rettet er unter großer Gefahr 75 Kameraden das Leben und wird zum Kriegshelden.

Foto: Mark Rogers
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