Kriminalität Lebenslange Freiheitsstrafe für Mord an Wirt

Stuttgart. Neun Monate nachdem er seinen früheren Chef in Stuttgart auf offener Straße erschossen hat, ist ein 46-Jähriger am Donnerstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
09.12.2010, 14:50
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Stuttgart. Neun Monate nachdem er seinen früheren Chef in Stuttgart auf offener Straße erschossen hat, ist ein 46-Jähriger am Donnerstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das Stuttgarter Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Mann sein damals 52- jähriges Opfer - einen stadtbekannten Gastronomen - im vergangenen März am helllichten Tag mit zehn Schüssen quasi hingerichtet hat. Die Tat habe er genau geplant, zudem sei er voll schuldfähig, sagte die Richterin. Mit dem Urteil entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert und eine Freiheitsstraße von zehn bis zwölf Jahren gefordert.

Der Verurteilte hatte seit 2002 im Restaurant des Getöteten gearbeitet - zunächst als Kellner, dann als Geschäftsführer. Seit 2008 hatte er eine homosexuelle Beziehung zu seinem Chef. Weil der Familienvater fürchtete, die Beziehung zu seinem Angestellten könnte an die Öffentlichkeit gelangen, kündigte er das Arbeitsverhältnis und beendete auch die Liaison. Der 46-Jährige fühlte sich dadurch nach eigenen Angaben schlecht behandelt und herabgesetzt. Er drohte mit der Veröffentlichung von Videoaufnahmen und Fotos.

Bei einem Treffen am 15. März kam es schließlich zum Streit über die kompromittierenden Aufnahmen, in dessen Verlauf der Täter seine Waffe zog und sein Opfer von hinten zunächst ins Bein und dann in den Oberkörper schoss. Besonders heimtückisch war die Tat nach Ansicht des Gerichts deshalb, weil der Mann noch weitere acht Schüsse auf sein Opfer abgab, als dieses bereits vor ihm am Boden lag. Als Begründung für seine Tat gab der Verurteilte an, der Wirt habe "sein Leben zerstört". (dpa)

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