Zehntausende Frauen berichten #MeToo: Ein Hashtag berichtet von sexuellen Übergriffen

Mit fünf Buchstaben hat die Schauspielerin Alyssa Milano eine Flut von Berichten über sexuelle Übergriffe im Alltag ausgelöst. Im Internet berichten Frauen unter dem Hashtag #MeToo über die Übergriffe.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste

Zehntausende Frauen haben sich im Internet nach den Vorwürfen gegen Filmproduzent Harvey Weinstein als Opfer sexueller Übergriffe von Männern zu erkennen gegeben. Ausgelöst wurde die Flut von Kommentaren durch Schauspielerin Alyssa Milano, die vor allem durch die Fernsehserien "Wer ist hier der Boss?" und "Charmed - Zauberhafte Hexen" bekannt ist. In einem Tweet forderte die 44-Jährige alle Frauen auf, die Opfer sexueller Übergriffe wurden, sich mit dem Hashtag #MeToo ("Ich auch") zu Wort zu melden.

"Wenn alle Frauen, die sexuell belästigt oder genötigt wurden, "Me too" als Status schreiben, könnten wir den Menschen das Ausmaß des Problems bewusst machen", schrieb die 44-Jährige. Milano hatte in der Serie "Charmed" an Seite von Schauspielerin Rose McGowan vor der Kamera gestanden, die Weinstein gemeinsam mit anderen Frauen sexuellen Missbrauch vorwirft. Am Montag wurden US-Medien zufolge bereits mehr als 200 000 Tweets mit dem Hashtag #MeToo veröffentlicht. Auch männliche Stimmen meldeten sich zu Wort, darunter der schwule Broadway-Schauspieler Javier Muñoz.

Auch in Deutschland berichten immer mehr Frauen, aber auch vereinzelt Männer, auf Twitter von Übergriffen in der Kindheit, der Schule oder an der Arbeit.

Hollywoodstars äußern sich

Mit Jennifer Lawrence hat ein weiterer Hollywoodstar von den erniedrigenden Vorgängen in der Filmbranche geäußert. Zu Beginn ihrer Karriere sei ihr nahegelegt worden, für eine Rolle in kürzester Zeit mehrere Kilo abzunehmen, sagte sie bei einem Event des Magazins "Elle" am Montagabend (Ortszeit). "Eine Produzentin ließ mich mit etwa fünf anderen, sehr viel dünneren Frauen in einer Reihe nackt aufstellen. Wir standen nebeneinander, nur unsere Geschlechtsteile mit Klebeband bedeckt", sagte die 27-Jährige. "Die Produzentin empfahl mir, die Nacktfotos als Inspiration für meine Diät zu benutzen."

"Ich war gefangen", sagte Lawrence mit Blick auf ihre damalige Machtlosigkeit. "Ich wollte kein Whistle-Blower sein, ich wollte keine beschämende Geschichte, über die in einer Zeitschrift geredet werden würde - ich wollte eine Karriere." Erst als Hollywood-Star habe sie die Kraft gehabt, Nein zu sagen.

Lawrence rief dazu auf, Missbrauchsvorwürfe ernst zu nehmen und zu verfolgen. "Wir werden zusammen und ab sofort verhindern, dass es weiter solche Verhaltensweisen gibt." Auch andere Stars wie die Musiker Sheryl Crow, Lily Allen oder Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg berichten über ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt. (dpa)

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+