Nach Dioxinfunden Ministerium erwartet Eierproben

Hannover. Nach der Entdeckung dioxinverseuchten Hühnerfutters erwartet das niedersächsische Agrarministerium an diesem Montag Aufschluss über die Folgen für die Verbraucher. Außerdem soll über das weitere Vorgehen beraten werden.
02.01.2011, 15:35
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Hannover. Nach der Entdeckung dioxinverseuchten Hühnerfutters erwartet das niedersächsische Agrarministerium an diesem Montag Aufschluss über die Folgen für die Verbraucher. Das Landesamt für Verbraucherschutz rechnet mit Ergebnissen aus einer größeren Zahl von Eierproben, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag.

Von dem Produzenten verseuchter Futterfette aus Schleswig-Holstein werden außerdem Lieferlisten erwartet, die einen Aufschluss geben darüber, welche Futtermittelhersteller beliefert wurden. Die Firma hatte über Wochen hinweg Fette zur Herstellung von Tierfutter mit billigeren technischen Fetten vermischt. Niedersachsen und die übrigen betroffenen Bundesländer planten eine Telefonkonferenz, um das weitere Vorgehen zu beraten, sagte der Sprecher.

Zunächst waren in Niedersachsen sieben Mischfutterhersteller überprüft worden, die von der Firma aus Schleswig-Holstein beliefert wurden. Aber lediglich ein Betrieb aus Dinklage hatte seinem Futter derart viel Fett beigemischt, dass es zu Überschreitungen der Dioxin-Grenzwerte kam. 20 Legehennenbetriebe, die täglich 400 000 Eier produzieren, wurden gesperrt. Die Eier könnten erst dann wieder in den Handel gelangen wenn deutlich sei, dass sie unbedenklich seien, sagte der Ministeriumssprecher am Sonntag.

Vorwüfe der Grünen-Fraktion

Die Grünen-Fraktion warf dem Agrarministerium eine Verharmlosung des Problems vor. "Es ist unverantwortlich, dass trotz des vorbeugenden Lieferstopps in Nordrhein-Westfalen in Hannover nicht reagiert wurde und über eine Woche weiterhin Eier der betroffenen Betriebe ungeprüft in den Handel gelangen und verzehrt werden konnten", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer. (dpa)

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