Brauchtum Mit Bollerwagen und Bierkiste: Vatertag im „neuen Normal“?

Auch im Nordwesten ist die Sehnsucht nach den üblichen Ausflügen zum Vatertag nach all dem Corona-Stress groß. Etliche Gruppen haben wieder Bier, Schnaps und Grillgut im Bollerwagen. Die Polizei ist ebenso vorbereitet - vorerst bleibt es einigermaßen ruhig.
26.05.2022, 10:02
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

An Himmelfahrt sind in Niedersachsen und Bremen nach langer Corona-Durststrecke wieder viele Gruppen mit teils reichlich Alkohol umhergezogen. Bis zum Nachmittag gab es für die Polizei am Vatertags-Donnerstag aber noch keine größeren Einsätze. In einigen Städten kam es zu Ansammlungen an den Ausflugszielen, auch in kleineren Orten waren junge Männer mit Bollerwagen und mobilen Musikanlagen unterwegs. Die Beamten hatten sich darauf eingestellt: Da kaum noch Corona-Beschränkungen gelten, werde der Andrang vergleichbar sein mit den Jahren vor der Pandemie, hieß es etwa in Hannover.

Landesweit waren Sondereinsatzteams, Extra-Streifen und die sieben niedersächsischen Einsatzhundertschaften bei der Arbeit. In der Stadt und Region Hannover wurden am Maschsee und im Maschpark sowie am Georgengarten, Kronsberg und Steinhuder Meer viele Menschen erwartet. Die Polizei appellierte an die Besucher, die Orte sauber zu verlassen und keine Auseinandersetzungen anzustiften. Für den Maschpark wurde vorsichtshalber außerdem ein Glasflaschen- und Grillverbot erlassen.

„Bisher ist es relativ ruhig, vielleicht spielt uns das windige Wetter etwas in die Karten“, sagte ein Beamter in Hannover. Es seien viele Vatertagsgruppen in der Stadt, in einem Park hätten sich rund 200 Menschen versammelt. „Auch hatten wir an der Maschsee-Quelle ein paar Randalierer, die stark alkoholisiert waren.“ Eine Person habe man zudem in Gewahrsam nehmen müssen, weil sie einen Platzverweis missachtete. Alles in alles sei es kaum zu Zwischenfällen gekommen.

Ähnliches war aus Bremen zu hören. Genaue Einsatzdaten waren am Nachmittag noch nicht bekannt. „Aber es gab bisher keine größeren Auffälligkeiten oder Auseinandersetzungen“, sagte ein Beamter.

In Salzgitter hingegen sei bei einer Schlägerei am Salzgittersee eine Person verletzt worden, teilte die Polizei mit. Mehr Details gab es dazu noch nicht. In Spitzenzeiten sei an dem See eine größere Gruppe von rund 250 Personen angetroffen worden.

An manchen Orten sperrten die Behörden traditionelle Ziele ab. So durften nach NDR-Informationen etwa der Inselsee in Scharnebeck bei Lüneburg oder der Himmelbergturm bei Alfeld nicht angesteuert werden.

Im Wolfsburger Allerpark war bis zum späten Abend Alkohol verboten und Grillen nur an fünf ausgewiesenen Stellen erlaubt. Am Tankumsee bei Gifhorn blieb das Mitbringen von Glasflaschen untersagt. Die Gewerkschaft der Polizei hatte sich schon vorher an die Ausflügler gewandt und sie gebeten, die Regeln bei aller Feierlust einzuhalten.

Auch die Stadt Braunschweig erließ spezielle Regelungen, dort waren am Himmelfahrtstag Glasbehälter im Prinz-Albrecht- und im Heidbergpark von 10.00 bis 24.00 Uhr verboten. In der Vergangenheit seien Flaschen am Vatertag oft zerstört worden, hieß es. In Bremen wollte die Polizei ebenfalls verstärkt kontrollieren. Dazu sollten Streifen auf den Gewässern und der Weser unterwegs sein, um Alkoholwerte von Skippern, Ruderern und Mitfahrern zu kontrollieren.

Im Harz erwartete die Nationalparkwacht vor allem in Bad Harzburg und auf allen Wegen in Richtung des Brockens ein erhöhtes Besucheraufkommen. Parkranger waren im Einsatz, um gegen Vandalismus vorzugehen. Wegen der hohen Waldbrandgefahr sind aktuell Rauchen, Grillen und offenes Feuer in sämtlichen Harzwäldern verboten.

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