Kommentar über die Züchtung von Mischwesen Mulmiges Gefühl

Ethisches Desaster oder medizinisches Wunder? Ob es wirklich wünschenswert ist, menschliche Organe in Tieren zu züchten, bedarf einer gründlichen gesellschaftlichen Diskussion, findet Katharina Frohne.
31.07.2019, 18:30
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Mulmiges Gefühl
Von Katharina Frohne

Vor knapp zehn Jahren kam ein Film in die deutschen Kinos: der sehr mittelmäßig besprochene Science-Fiction-Schocker „Splice“. Adrien Brody spielt darin einen Forscher, der menschliches mit tierischem Erbgut mischt.

Die Idee: eine neuartige DNA, die die Widerstandskraft gegen Krankheiten erhöht. Wie erwartet gerät das Genexperiment außer Kontrolle, der Hybrid-Embryo entpuppt sich als blutrünstiges Monster.

Was nach irrem Hollywood-Horror klingt, scheint dieser Tage gar nicht mehr so weit weg zu sein. Japanische Wissenschaftler wollen menschliche Organe in Tieren züchten. Ein Schaf etwa könnte mit einer menschlichen Bauchspeicheldrüse zur Welt kommen und als Organspender dienen.

Szenarien à la „Splice“ dürften dabei kaum zu befürchten sein – ein mulmiges Gefühl hinterlässt die Nachricht dennoch. Wo verläuft die Grenze dessen, was Medizin darf, um dem Menschen zu helfen? Ist es zu verantworten, Tiere als Ersatzteillager zu nutzen? So wichtig es ist, dem Mangel an Spenderorganen zu begegnen, so sehr bedarf es der gesellschaftlichen Diskussion der Frage, ob das Verfahren aus Fernost die Lösung sein darf.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+