Zugverkehr weiter stark eingeschränkt

Nach "Xavier": Strecke Hamburg-Bremen auch Freitag nicht mehr befahrbar

Nachdem am Donnerstag das Sturmtief "Xavier" im ganzen Norden für Verkehrschaos gesorgt hat, ist auch am Freitag mit starken Beeinträchtigungen im Zugverkehr zu rechnen.
06.10.2017, 06:14
Lesedauer: 4 Min
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Nach "Xavier": Strecke Hamburg-Bremen auch Freitag nicht mehr befahrbar

Viele Reisende sitzen wegen Sturm "Xavier" an Bahnhöfen fest – so wie hier in Hamburg.

dpa

Reisende und Pendler müssen auch einen Tag nach Sturmtief "Xavier" mit Zugausfällen, erheblichen Verspätungen und langen Wartezeiten an Bahnhöfen rechnen. "Leider gibt es immer noch große Beeinträchtigungen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag. "Wir konnten in der Nacht nicht alle Oberleitungen und Schieneninfrastruktur reparieren." Die Bahn rät, Durchsagen zu beachten und die Online-Fahrpläne (zur Fahrauskunft der Deutschen Bahn) zu checken.

So fuhren am Freitagnachmittag weiter keine Züge zwischen Bremen und Hannover, Osnabrück und Hamburg. Allerdings fahren seit etwa 17 Uhr wieder Züge zwischen Hamburg und Hannover. Die Strecke Berlin-Leipzig ist seit 11 Uhr mit Einschränkungen wieder befahrbar. Die Auswirkungen des Sturms werden sich laut Mitteilung der Bahn teilweise bis zum Sonntag hinziehen. Die Verbindung zwischen Berlin und Hamburg wird erst vom 9. Oktober an wieder befahrbar sein.

Auch beim Metronom rechnet man noch mit längeren Ausfallzeiten. "Wir bitten alle Fahrgäste, heute und am Wochenende auf Bahnreisen zu verzichten", sagte ein Metronom-Sprecher. Es sei weiterhin nicht absehbar, wann die Strecken wieder zuverlässig befahren werden können. Auch die Kapazitäten der eingesetzten Busse zum Schienenersatzverkehr seien vollkommen ausgeschöpft. In der Nacht von Freitag auf Samstag werden auch in Bremen beheizte und bewachte Hotelzüge des Metronom zur Verfügung stehen.

Zwar fahren einige Metronom- und Erixx-Züge wieder, allerdings gibt es noch oft Verspätungen oder teilweise Sperrungen. Eine detailierte Information erhalten Reisende auf der Homepage der Metronom-Eisenbahngesellschaft. Gegen 16.30 wurde vermeldet, dass erste Züge wieder auf der Strecke zwischen Uelzen und Hannover unterwegs seien, allerdings mit Verspätung. Seit 21.30 Uhr fahren wieder Züge zwischen Soltau und Hannover.

Auf folgenden Metronom-Strecken kommt es zu Behinderungen:

RE5 Cuxhaven - Stade - Hamburg: Zugverkehr kann zwischen Cuxhaven (5.09 Uhr) und Stade (5.56 Uhr) ab Samstag wieder regulär fahren. Zwischen Stade und Hamburg wird ein Ersatzverkehr der S-Bahn eingerichtet.

RE4/RB41 Hamburg - Rotenburg - Bremen: kein Zugverkehr möglich, Strecke bis voraussichtlich Samstag gesperrt. Die Buskapazitäten zwischen Bremen und Hamburg sind ausgeschöpft.

RE3/RB31 Lüneburg - Hamburg: Züge fahren mit Einschränkung und Verspätung

RE3/RB31 Uelzen - Lüneburg: Züge fahren mit Einschränkung und Verspätung

RE2 Uelzen – Hannover: Die ersten Züge fahren seit 16.40 Uhr wieder.

RE2 Hannover – Göttingen: Strecke ist frei, Züge fahren (Verspätungen von bis zu 30 Minuten)

Auf den Strecken des Erixx:

RB 32 Dahlenburg-Dannenberg: Züge fahren in beide Richtungen, aber mit Verspätung

RB 37 Bremen-Soltau-Uelzen: Strecke auf unbestimmte Zeit gesperrt, keine Zugfahrten

RB 38 Buchholz-Soltau: eingeschränkter Zugverkehr (Achtung, in Buchholz keine Weiterfahrt mit Metronom möglich)

RB 38 Hannover - Schwarmstedt: Züge fahren in beide Richtungen, allerdings mit Verspätung

RB 47 Uelzen-Gifhorn-BS Gliesmarode: Züge fahren in beide Richtungen, allerdings mit Verspätung

Auch am Montag wird der Zugverklehr am Bremer Hauptbahnhof nur eingeschänkt verkehren.

Auch am Montag wird der Zugverklehr am Bremer Hauptbahnhof nur eingeschänkt verkehren.

Foto: Steffen Klimmeck

Die Nordwestbahn hat den Zugverkehr auf den meisten Strecken noch nicht wieder aufgenommen: Auch am Freitag blieben die meisten Strecken der NordWestBahn in Niedersachsen vorerst gesperrt. Darunter alle Linien der Regio-S-Bahn. Einzig die Strecke der RB59 ist wieder befahrbar. Auf den Strecken der RE18 zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven sowie der RE58 zwischen Delmenhorst und Bremen ist ein Busnotverkehr eingerichtet. Zudem pendeln auf den Strecken der RS2 zwischen Bremen und Bremerhaven-Lehe sowie auf der Strecke der RS3 zwischen Oldenburg und Bremen Ersatzbusse. Eine Auskunft über alle Strecken gibt es hier.

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Nicht genutzte Zugtickets von Donnerstag noch gültig

Wegen des Sturmtiefs "Xavier" können Bahn-Reisende nicht genutzte Zugtickets von Donnerstag am Freitag nutzen. Wer ein gültiges Zugticket vom 5. Oktober habe, könne damit noch bis zum 15. Oktober reisen, kündigte die Deutsche Bahn an. Diese Regelung gelte auch bei Tickets mit Zugbindung. Der ÖPNV der BSAG ist vom Sturmtief "Xavier" nicht mehr betroffen.

Auch im Inselverkehr gab es Einschränkungen zwischen Wangerooge und dem Festland. Am Freitag entfielen einigen Fahrten von Harlesiel und ab Wangerooge.

Die Straßen sind in Norddeutschland weitgehend wieder befahrbar. Die meisten Bäume sind weggeräumt. In Hamburg hatte die Feuerwehr in der Nacht mehr als ein Dutzend Einsätze wegen überfluteter Keller. Sie erwarten noch mehr Einsätze. In Bremen ist derzeit ist die Lilienthaler Heerstraße an der Ecke Lehester Deich für Autofahrer in Richtung Bremen Innenstadt wegen Baumarbeiten gesperrt.

Das Sturmtief hatte am Donnerstag mindestens sieben Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Am späten Abend entspannte sich zumindest die Wetterlage. Beim Verkehr ist eine Beruhigung der Situation noch nicht absehbar.

Sturmflutwarnung: Am Freitag wird das Nachmittag-Hochwasser an der deutschen Nordseeküste und im Elbegebiet 1 bis 1,5 Meter höher, im Ems- und Wesergebiet etwa 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. (shm)

++ Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert ++

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