Start des Nasa-Marsrovers

„Perseverance“ - ein Roboter mit Gefühl

Alle Systeme stehen auf „Go“ - am Donnerstag will die Nasa den Marsrover „Perseverance“ auf den Weg zum roten Planeten bringen. An Bord ist auch ein kleiner Hubschrauber.
30.07.2020, 05:00
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Von Christina Horsten
„Perseverance“ - ein Roboter mit Gefühl

Erkundung mit allen Sinnen: Auf diesem von der NASA zur Verfügung gestellten Foto zeigen die Ingenieure den ersten Fahrtest des Rovers Mars 2020 Perseverance.

Krohn/NASA/dpa

Mit allen „menschlichen Sinnen“ soll Perseverance den Mars erkunden: „Er wird die Luft um ihn herum fühlen, den Horizont sehen und scannen, den Planeten auf der Oberfläche zum ersten Mal mit Mikrofonen abhören, Proben nehmen und diese fühlen – und vielleicht sogar schmecken mit Instrumenten, die die Chemie der Steine und des Staubs um ihn herum analysieren“, sagt Nasa-Manager Thomas Zurbuchen. Perseverance bleibt natürlich ein Roboter – aber es ist der längste, schwerste und technisch ausgefeilteste Rover, den die US-Raumfahrtbehörde je zum Mars geschickt hat.

Am heutigen Donnerstag soll der unbemannte Roboter vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus an Bord einer Atlas-V-Rakete starten. Im Juli und August ist der Mars der Erde am nächsten – so eine Konstellation gibt es nur alle zwei Jahre. Das hatten dieses Jahr zuvor schon die Vereinigten Arabischen Emirate und China für ihre Mars-Missionen genutzt. Die Emirate schickten die erste arabische Mars-Sonde ins All. Sie soll aber nicht landen. Mit der Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 5 startete China unter anderem ein Landegerät und ein Gefährt von der Größe eines Golfplatzfahrzeugs zu unserem Nachbarplaneten.

Im Februar 2021 werden alle drei Raumschiffe beim Mars sein, wenn alles nach Plan verläuft. Perseverance soll in einem bislang noch nie vor Ort untersuchten ausgetrockneten See namens Jezero Crater auf dem Roten Planeten landen.

Seinen Namen, der auf Deutsch etwa Durchhaltevermögen bedeutet, hat Per­seve­rance von einem Siebtklässler aus dem US-Bundesstaat Virginia, der ihn der Nasa vorschlug. Zuvor war der rund 2,5 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) teure Roboter rund acht Jahre lang unter dem Arbeitstitel „Mars 2020“ entworfen und gebaut worden.

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An Bord hat der rund 1000 Kilogramm schwere und drei Meter lange Rover von der Größe eines Kleinwagens neben viel Technik auch die Namen von knapp elf Millionen Menschen, die sie nach einem entsprechenden Aufruf eingesandt hatten, gebrannt auf drei fingernagelgroße Chips.

Gelingt die Landung, dann wäre Per­se­ve­rance bereits der fünfte Rover, den die Nasa zum Mars bringt.

Perseverance ist eine Art Curiosity 2.0 – unter anderem mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten, zwei Mikrofonen, 23 Kameras, einem Laser und sogar einem kleinen Hubschrauber an Bord. Vor allem dieser „Ingenuity“ (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) getaufte Hubschrauber hat im Vorfeld unter Wissenschaftlern und Weltraumfans schon für viel Vorfreude gesorgt – denn damit soll zum ersten Mal versucht werden, auf einem anderen Planeten eine Art Hubschrauber zu starten. „‚Ingenuity‘ wiegt vielleicht nur 1,8 Kilogramm, aber er hat übergroßen Ehrgeiz“, heißt es von der Nasa.

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Der kleine Helikopter soll beweisen, dass das Fliegen auf dem Mars möglich ist. Seine vier Rotorblätter aus Kohlefasern rotieren deutlich schneller als die von Hubschraubern auf der Erde – unter anderem weil die Atmosphäre des Mars deutlich dünner ist. Bis zu vier Flugversuche könnte ‚Ingenuity‘ auf dem Roten Planeten starten.

Die ganze Perseverance-Mission führe darauf hin, „dass eines Tages Menschen nicht nur auf dem Mond leben und arbeiten, sondern auch auf einem anderen Planeten“, sagt Nasa-Chef Jim Bridenstine. „Die Zukunft sieht also sehr vielversprechend aus, es gibt viele neue Möglichkeiten.“

Den Start überträgt die NASA live auf mehreren Kanälen im Internet, unter anderem hier.

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