Kommentar zur Blockade der Studenten

Nein sagen!

Es ist absurd! Seit Dienstag wissen wir, dass der Bund letztes Jahr 18 Milliarden Euro mehr eingenommen als ausgegeben hat. Einen Tag später mussten Bremer Professoren erneut von Studierenden davon abgehalten werden, Kürzungen zu beschließen, die der Uni dauerhaft schaden.
26.02.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Nein sagen!
Von Nikolai Fritzsche

Es ist absurd! Seit Dienstag wissen wir, dass der Bund letztes Jahr 18 Milliarden Euro mehr eingenommen als ausgegeben hat. Einen Tag später mussten Bremer Professoren erneut von Studierenden davon abgehalten werden, Kürzungen zu beschließen, die der Uni dauerhaft schaden. Das auf den Weg zu bringen, übernimmt nun der Rektor.

„Die Frage ist: Akzeptiert man die Entscheidung der Politik?“, sagte Scholz-Reiter Ende Januar zum Thema Kürzungen. Die Einzigen jedoch, die diese Frage ernsthaft stellen sind die Studierenden – und sie beantworten sie zu Recht mit Nein. Allein: Ihre Mittel sind begrenzt. Ob die Uni genügend Geld bekommt, wird in Berlin entschieden, nicht im Senatssaal oder anderswo in Bremen. Das Haushaltsnotlageland steht unter der Fuchtel des Bundes, genau wie Griechenland von der Gunst der EU abhängig ist. Schuldenbremse und Rettungspaket – zwei Worte für dasselbe Prinzip: verordnete Selbstverstümmelung.

Rektor und Professoren müssen den Impuls der Studierenden aufnehmen. Sie müssen ihrerseits alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit endlich stattfindet, was überfällig ist: die Weigerung von Institutionen, Kommunen und Ländern, dem Spardiktat des Bundes Folge zu leisten. Denn Sparen ist Kaputtsparen, vor allem bei der Bildung. In Griechenland, in Deutschland, in Bremen.

nikolai.fritzsche@weser-kurier.de

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+