Agrar Neuer Futterhersteller unter Dioxin-Verdacht

Berlin/Hannover. Der Dioxin-Skandal weitet sich aus: Ein Futterhersteller in Niedersachsen soll seine Lieferbeziehungen nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums nicht den Behörden gemeldet haben. Deshalb müssten 934 Betriebe zusätzlich gesperrt werden.
15.01.2011, 13:30
Lesedauer: 1 Min
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Berlin/Hannover. Der Dioxin-Skandal weitet sich aus: Ein Futterhersteller in Niedersachsen soll seine Lieferbeziehungen nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums nicht den Behörden gemeldet haben. Deshalb müssten 934 Betriebe zusätzlich gesperrt werden, teilte das Ministerium mit.

Niedersachsen hat demnach die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, da von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ausgegangen wird. Das Futter sei unter anderem nach Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern gegangen. Unter den betroffenen Höfen sollen 110 Legehennenbetriebe, 403 Schweinemastbetriebe und 248 Ferkelmastbetriebe sein.

Der Futterhersteller aus Damme habe erst auf Druck der Behörden vollständige Lieferzeiten eingereicht, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium am Samstag. Es müsse davon ausgegangen werden, dass etwa zehn Tage lang Endprodukte - vorwiegend Eier - in den Markt gelangt sein könnten.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einem Skandal und forderte die Ablösung der politisch Verantwortlichen. Dies sind derzeit Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) in Vertretung eines fehlenden Agrarministers sowie Agrarstaatssekretär Friedrich-Otto Ripke. Der Bund sei erst am Samstagmorgen von Niedersachsen informiert worden.

"Mir wurde von niedersächsischer Seite wiederholt und auch gestern erneut mit Nachdruck versichert, dass die für die Futter- und Lebensmittelüberwachung zuständigen Landesbehörden alle erforderlichen Maßnahmen zur Aufklärung des Dioxin-Falls in die Wege geleitet hätten", sagte Aigner. (dpa)

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