Borkum Offshore-Quartier für Windkraft-Techniker soll wachsen

Wer in Windparks auf See arbeitet, wohnt und übernachtet meist am Festland. Obwohl Wohnraum auf den Ostfriesischen Inseln knapp ist, gibt es auf Borkum ein Wohnquartier allein für die Offshore-Branche. Wegen einer hohen Nachfrage soll es nun ausgebaut werden.
23.08.2022, 07:32
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Das Offshore-Quartier für Windkraft-Techniker auf der ostfriesischen Insel Borkum soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Westlich neben dem bereits bestehenden Quartier mit mehreren Gebäuden und 115 Wohnungen will die Borkum Hafen Immobilien GmbH weiteren Wohnraum für die Offshore-Branche schaffen. „Da gibt es eine Planung für 80 bis 100 weitere Wohnungen“, sagte Prokurist Kai-Uwe Thase. 2023 oder 2024 soll mit dem Bau begonnen werden. „Die Genehmigungsplanung ist in Vorbereitung.“ Thase sagte, man setze darauf, dass es in den kommenden Jahren einen Schub für die Windkraft auf See geben werde. Weiterer Wohnraum werde dann benötigt.

In dem Anfang 2021 eröffneten Quartier im Borkumer Ortsteil Reede nahe dem Fährhafen kommen Technikerinnen und Techniker sowie Servicepersonal von Windkraftfirmen wochenweise unter, die auf der Nordsee Windkraftanlagen warten, betreuen oder bauen. Von der Kaje vor dem Quartier fährt das Personal mit Wassertaxen, sogenannten Crew Transfer Vessels, die Windparks an. Der entfernteste Windpark in rund 50 Kilometern ist laut Thase binnen eineinhalb Stunden erreichbar.

Die Nachfrage nach Wohnraum in der Branche sei groß, so dass nun ein zweiter Bauabschnitt angegangen werde, sagte der Prokurist der Borkum Hafen Immobilien GmbH. Das Unternehmen gehört zur Bremer wpd Gruppe, die Windparks an Land und auf See entwickelt. Demnach lag die Auslastung des Quartiers 2021 über das gesamte Jahr bei 65 Prozent. Dieses Jahr sollen es 70 Prozent sein. In der Saison zwischen März und Oktober, wenn in der sturmflutfreien Zeit die meisten Anlagen gewartet werden, sei das Quartier ausgebucht, sagte Thase. Die Nachfrage werde auch größer, da sich diese Saison zurzeit verlängere.

Der Bedarf sei zunächst nicht so hoch eingeschätzt worden, sagte Thase. „Wir waren unsicher, funktioniert das überhaupt.“ Denn meist übernachten Beschäftigte, die in den Windparks auf See arbeiten, auf dem Festland oder auf speziellen Hotelschiffen. Dies bedeute für das Personal aber meist lange Anfahrtswege oder wenig Privatsphäre nach der Arbeit, sagte Thase. Im Quartier gibt es nun vier Firmen als Hauptmieter, die Offshore-Windparks unterhalten und bauen und mehrere Mieter, die nur für eine bestimmte Zeit vor Ort sind. Neben Wohnraum gibt es in dem Quartier auch Hallen, die als Materiallager dienen.

Der Ortsteil Reede liegt im äußersten Süden der rund 5000 Einwohner zählenden Nordseeinsel. Einst wurde die künstliche Halbinsel als Hafenfläche angelegt. Bis 1996 war die Reede auch Marinestützpunkt. Nun will die Stadt Borkum das Areal um den alten Marinehafen samt dem Offshore-Quartier städtebaulich weiterentwickeln. Das Quartier soll mittelfristig bei Strom, Wärme und Verkehr CO2-neutral betrieben werden. Die Insel Borkum will bis 2030 klimaneutral werden.

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