Feste «Ozapft is» - Oktoberfest mit zwei Schlägen eröffnet

München. «Ozapft is»! Das Münchner Oktoberfest hat begonnen. Mit nur zwei Schlägen zapfte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Samstag das erste Bierfass an und eröffnete damit das größte Volksfest der Welt, das in diesen Wochen sein 200-jähriges Bestehen feiert.
18.09.2010, 17:30
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München. «Ozapft is»! Das Münchner Oktoberfest hat begonnen. Mit nur zwei Schlägen zapfte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Samstag das erste Bierfass an und eröffnete damit das größte Volksfest der Welt, das in diesen Wochen sein 200-jähriges Bestehen feiert.

Mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) stieß Ude auf eine friedliche Wiesn 2010 an - die erste frisch gezapfte Maß Bier gebührt traditionell dem bayerischen Regierungschef. Ude trug Lederhosen, Seehofer nicht. «Ich bin nicht so gut gebaut wie der Oberbürgermeister», gab der Ministerpräsident zu.

Schon vor der offiziellen Eröffnung mussten manche Bierzelte wegen Überfüllung geschlossen werden. Am frühen Morgen - vor vier Uhr - strömten die ersten Münchner zum Festgelände, die meisten festlich herausgeputzt in Dirndl oder Lederhose. Weil das Bier erst ab zwölf Uhr floss, deckten sich manche in den Läden und Buden rund um die Theresienwiese ein.

Festleiterin Gabriele Weishäupl kam zur Eröffnung stilecht im Münchner Mieder mit einer goldenen Riegelhaube. Zum Jubiläum verfolgten als Vertreter des Hauses Wittelsbach Herzog Max und Herzogin Elizabeth in Bayern das Anstich-Zeremoniell. «Beeindruckt» war der Herzog nach eigenen Angaben, er beneide den OB aber nicht um seine Aufgabe.

Politprominenz aus Berlin fehlte in diesem Jahr zum Anstich, dafür verfolgten Schlagersänger und Volksmusikgrößen, unter ihnen Heino und seine Frau Hannelore, Karel Gott, Produzent Hans Beierlein und Ralph Siegel, die Eröffnung. Der aus dem Rheinland stammende Heino freilich zeigte sich nicht allzu beeindruckt: In Köln und Düsseldorf sei jeden Abend so eine Stimmung, nur «etwas kleiner halt».

Das größte Volksfest der Welt entstand aus der prunkvollen Hochzeit von Kronprinz Ludwig aus dem Geschlecht der Wittelsbacher und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen im Oktober 1810, das mit einem Pferderennen endete. Bereits am Freitag hatte Ude mit einem Pferderennen die historische Wiesn im Südteil der nach der damaligen Braut benannten Theresienwiese eröffnet. Mit historischen Buden, Fahrgeschäften und einem nach geheimen historischen Rezepten gebrauten Bier soll an die Geschichte des Fests erinnert werden. «Das Erscheinungsbild ändert sich hoffentlich auch in den nächsten 200 Jahren nicht», sagte Ude.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind so streng wie noch nie in der 200-jährigen Geschichte des Volksfestes - für die Besucher war davon am Samstag aber kaum etwas zu spüren. Es sei stichprobenartig kontrolliert worden, hieß es bei der Polizei, bis Mittag gab es keine größeren Zwischenfälle. Auch das Rauchverbot sorgte nicht für das befürchtete Chaos: Teils gab es Einlasskarten für Raucher, mit denen sie ins Zelt zurückkehren konnten, auch wenn keine neuen Besucher mehr eingelassen wurden.

Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt werden an 17 Festtagen auf der Wiesn erwartet - wahrscheinlich werden es sogar mehr. Die historische Wiesn könnte zusätzlich Besucher anlocken. Das Volksfest dauert zum Jubiläum ausnahmsweise auch nicht bis zum dritten Sonntag, sondern bis zum Montag danach (4. Oktober).

Im vergangenen Jahr kamen 5,7 Millionen Gäste, sie tranken 6,6 Millionen Maß Bier und aßen 111 Ochsen sowie knapp 500 000 Brathendl. (dpa)

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