Nach Messerattacke auf ein Paar Polizist erschießt Mann in Husum

Nach einer Messerattacke auf ein Paar in Husum hat ein Polizist den mutmaßlichen Täter erschossen. Der mit Messern bewaffnete Mann sei auf die Beamten zugestürmt, teilte die Polizei in Flensburg mit.
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Nach einer Messerattacke auf ein Paar in Husum hat ein Polizist den mutmaßlichen Täter erschossen. Der mit Messern bewaffnete Mann sei auf die Beamten zugestürmt, teilte die Polizei in Flensburg mit.

Die Polizisten waren zu dem Haus in der Altstadt gerufen worden, nachdem es dort nach Zeugenangaben zu einem heftigen Streit zwischen dem Mann und dem ebenfalls dort lebenden Paar gekommen war. Der Mann soll das Paar mit einem Messer attackiert und verletzt haben. Die beiden Angegriffenen konnten aus dem Haus flüchten.

"Im Moment gehen wir zwingend von einer Notwehrsituation aus", sagte der Sprecher der Flensburger Staatsanwaltschaft, Otto Gosch. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Es werde wegen eines Tötungsdelikts ermittelt. Der getötete Mann wurde zur Obduktion nach Kiel gebracht. Aus einem Ausweis gehe hervor, dass der Mann in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geboren wurde. Wann, konnte Gosch nicht sagen. Er sei aber jüngeren Alters. Die Echtheit der Papiere werde noch geprüft.

Vor dem Angriff auf das Paar soll es einen Konflikt in dem Haus gegeben haben "Der Streit hatte seinen Ursprung zwischen dem Paar und dem späteren Angreifer, der dort ebenfalls wohnt", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. In welchem Verhältnis der Mann und das Paar zueinander standen, war noch unklar.

Eine Zeugin hatte einen lauten Streit gehört und war nach eigener Aussage zusammen mit einer Freundin, die die Polizei alarmierte, auf die Straße gelaufen. Dort traf sie die bei der Attacke verletzte Frau an. Der verletzte Mann habe mit Hilfe ihrer Freundin und eines weiteren Mannes die Haustür zugedrückt, um den Angreifer im Haus aufzuhalten. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte diesen Ablauf im Grundsatz.

Mehrmals habe die Polizei dann den Angreifer aufgefordert, aus dem Haus zu kommen, sagte die Nachbarin zu shz.de. Schließlich sei er mit Messern bewaffnet herausgestürmt und es seien Schüsse zu hören gewesen. Ob der Polizist vor dem tödlichen Schuss eine Warnschuss abgegeben habe, sei offen, berichtete der NDR.

Der Zwischenfall löste in der Stadt große Betroffenheit aus. "Es ist einfach schrecklich, wenn ein Mensch sein Leben verliert", sagte Husums Bürgermeister Uwe Schmitz. Er fügte hinzu: "Den Polizisten, die dort ihre Waffe benutzen mussten, ist es sicher nicht leicht gefallen."

In Deutschland sind mehrfach Menschen durch Schüsse aus Polizeiwaffen getötet worden. Einige Fälle aus diesem Jahr:

November 2014: Wegen eines Familienstreits kommen Polizisten in eine Kasseler Wohnung. Ein 23-Jähriger entreißt einem Beamten die Dienstwaffe und verletzt zwei Polizisten durch Schüsse. Dann erschießt ein dritter Beamter den Mann.

August 2014: Ein Beamter erschießt in Goch am Niederrhein einen Mann, der laut Polizeibericht drohend auf ihn zukam. Die Polizei hatte einen Hinweis erhalten, dass ein Mann mit einem spitzen Gegenstand in der Hand durch einen Park laufe.

Juli 2014: Ein Polizist tötet im oberbayerischen Burghausen einen mutmaßlichen Verbrecher. Zwei Beamte wollten den 33-Jährigen festnehmen. Dabei schoss einer von ihnen auf den Gesuchten.

Juni 2014: In Heinsberg in Nordrhein-Westfalen erschießen Polizisten einen 75 Jahre alten Mann, nachdem dieser mit einem Messer auf sie losgegangen war und drei Beamte schwer verletzt hatte. (dpa)

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