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Podcast von Reporter ohne Grenzen Hören Sie hier alle Folgen von "Pressefreiheit grenzenlos"

Medienschaffende sprechen im Podcast "Pressefreiheit grenzenlos" über ihre Geschichte und darüber, wie sie unter Einschränkungen der Pressefreiheit in ihrem Land gelitten haben.
Lesedauer: 4 Min
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Von Reporter ohne Grenzen
Inhaltsverzeichnis

Korruption, Machtmissbrauch, populistische Präsidenten – das Unrecht dieser Welt wird erst sichtbar, wenn Medienschaffende darüber berichten. Deshalb muss jeder Mensch das Recht haben zu informieren und sich frei informieren zu können. Autoritäre Regierungen verletzen das Menschenrecht auf Pressefreiheit, in dem sie Medien zensieren und Medienschaffende verhaften.

Daher setzt sich Reporter ohne Grenzen weltweit für Presse- und Informationsfreiheit ein und unterstützt Medienschaffende, die in Not geraten sind. Im Podcast "Pressefreiheit grenzenlos" stehen die Menschen im Fokus, für die sich die Organisation tagtäglich einsetzt. Menschen, die dann hinschauen, wenn andere wegsehen.

Was bringt sie dazu, ihr Leben aufs Spiel zu setzen und in den Dienst der Gesellschaft zu stellen? Welchen Gefahren sind sie durch ihre Arbeit ausgesetzt? Und wie kann es gelingen, dass sie frei berichten können?

Der Podcast von Reporter ohne Grenzen wird moderiert von Nadine Kreuzahler, Redakteurin beim rbb Inforadio.

Folge 1: Aus Bangladesch ins deutsche Exil

Shammi Haque wusste, dass ihr Leben in Gefahr ist, als ein befreundeter Blogger im Jahr 2015 ermordet wurde. Genauso wie er schrieb die Journalistin in den sozialen Medien über das Verhältnis von Staat und Islam in Bangladesch, übte Religionskritik – ein Thema, über das traditionellen Medien bis heute nicht frei berichten. Medienschaffende, die es trotzdem wagen, werden von Islamistinnen und Islamisten diffamiert, verfolgt und bedroht. Die Angst war ständige Begleiterin in Shammis Alltag. Sie musste fliehen und fand im Oktober 2015 Exil in Deutschland.

Wie es ihr gelang, alles zurückzulassen und in Deutschland als Journalistin neu Fuß zu fassen, darüber spricht Shammi Haque im Podcast mit RSF-Geschäftsführer Christian Mihr.

Folge 2: (Digitale) Gewalt gegen Journalisten in Deutschland

Die Gewalt gegen Medienschaffende in Deutschland nimmt zu. Sie werden am Rande von Demonstrationen angegriffen oder online beleidigt und bedroht, sind den Hasskommentaren oft schutzlos ausgeliefert. In genau dieser Situation befand sich Thembi Wolf, heute Redakteurin bei "Vice" und Vorstandsmitglied der Neuen Deutschen Medienmacher*innen.

In ihrem journalistischen Alltag waren Hasskommentare allgegenwärtig. Nachdem sie auf Social Media einen Videobeitrag über religiöse Feiertage in Deutschland veröffentlichte, eskalierte die Situation jedoch. Welche Ausmaße digitale Gewalt und Bedrohungen auch im echten Leben annehmen, wie sie den Alltag einschränken und welche Verantwortung Redaktionen tragen müssen, darüber spricht Thembi Wolf mit RSF-Pressereferentin Anne Renzenbrink im Podcast.

Folge 3: Belarus – Mit der Macht der Bilder gegen die Mächtigen

Wie ein Roboter habe sie sich gefühlt, so die junge Fotografin Violetta Savchits aus Belarus. Wochenlang „funktionierte“ sie einfach, um zu dokumentieren, was in ihrem Heimatland geschieht. Savchits begleitete die Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Machthaber Alexander Lukaschenko von Beginn an. Was geschah mit der Frau im roten Kleid, nachdem sie einen Soldaten umarmt hatte, um ein Zeichen gegen staatliche Gewalt zu setzen? Im Podcast erzählt Violetta Savchits die Geschichten der Bilder, die um die Welt gingen. 

Die Proteste zeichneten sich durch eine besondere Bildsprache aus, die es erleichterten, die Aufmerksamkeit der Welt auf Belarus zu lenken. Während das weltweite öffentliche Interesse zurückgeht, verschärft sich die Lage in Belarus. Willkürliche Verhaftungen und Gewalt bleiben an der Tagesordnung. Die Bilder von Violetta Savchits sind im Bildband „Fotos für die Pressefreiheit 2021“ abgedruckt. Mit Gemma Pörzgen, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen und Chefredakteurin des Fotobuchs, sprechen wir über die Kraft von Bildern als Mittel gegen die Mächtigen dieser Welt.

Folge 4: Lebensgefährliche Recherche in Kolumbien

Ginna Morelo wurde Journalistin in einer Region Kolumbiens, in der sich Guerilla-Gruppen festgesetzt hatten, Menschen ermordeten und vertrieben. Seit Beginn ihrer journalistischen Karriere widmet sie sich der Aufdeckung von Menschenrechtsverbrechen, die von paramilitärischen Gruppen in Kolumbien begangen wurden. Morelo berichtete über Landraub durch die Paramilitärs, ihre Verbindung in die Politik und die Gewalt gegen hunderte von Menschen und wurde Ziel von Einschüchterungsversuchen und Morddrohungen.

Während eines Aufenthalts in Berlin versucht sie, eine Recherche zu beenden, die sie seit 20 Jahren begleitet: die Verbrechen gegen Professor*innen und Studierende der Universität Córdoba durch paramilitärische Gruppen. Im Podcast spricht sie mit Nube Alvarez, RSF-Projektmanagerin für Lateinamerika, über die Drohungen, warum ihre Recherche nur mit Distanz zu ihrem Heimatland funktioniert und wie Paramilitärs und rechte Kräfte die Arbeit von Medienschaffenden in Kolumbien immer noch lebensgefährlich machen.

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