Vorwurf der Belästigung und Vergewaltigung

Promi-Anwalt Schertz: Berichterstattung zu Wedel ist gerechtfertigt

Mehrere Schauspielerinnen erheben schwere Vorwürfe gegen Regisseur Dieter Wedel: Es geht um sexuelle Belästigung und sogar Vergewaltigung. Anwalt Christian Schertz sieht die Berichterstattung als gerechtfertigt an.
05.02.2018, 11:52
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Promi-Anwalt Schertz: Berichterstattung zu Wedel ist gerechtfertigt

Der Regisseur und ehemalige Intendant der Festspiele von Bad Hersfeld, Dieter Wedel.

dpa

Der Medienrechts-Anwalt Christian Schertz sieht die Berichterstattung zu den Vorwürfen gegen den Regisseur Dieter Wedel als gerechtfertigt an. Zwar gelte selbstverständlich für Wedel die Unschuldsvermutung; man werfe ihm Dinge vor, die bis heute nicht bewiesen seien. Eine Verdachtsberichterstattung sei aber dann zulässig, wenn es sich um den Vorwurf einer schweren Straftat handele und diese Vorwürfe einen "sehr berühmten und sehr mächtigen Menschen" beträfen, sagte Scherz dem "Tagesspiegel" (Montag). Diese Bedingungen betrachtet Schertz im Fall Wedel als erfüllt.

Der Berliner Presserechtler, der immer wieder im Namen von Prominenten gegen Medien vorgeht, vertritt die Schauspielerinnen Jany Tempel und Patricia Thielemann. Sie hatten Wedel im "Zeit"-Magazin sexuelle Übergriffe und sogar Vergewaltigung vorgeworfen und den Fall ins Rollen gebracht. Es sehe so aus, als habe bei Wedel ein "systemisches Verhalten" über Jahrzehnte bestanden, sagte der Anwalt im Interview.

Wedel habe sich selber öffentlich zu den Vorkommnissen geäußert. In seinem solchen Fall könne man den Medien nicht mehr verbieten, dass darüber berichtet werde, sagte der Jurist.

In der "#MeToo"-Debatte werde aber oft undifferenziert berichtet. "Es geht von blöder Anmache bis hin zur Gewaltanwendung und Vergewaltigung", sagte Schertz. Ein Großteil der Vorfälle, über die berichtet werde, sei der Privatsphäre zuzurechnen und reiche für eine Verdachtsberichterstattung nicht aus, weil es sich nicht um schwere Straftaten handle. Die wirklich harten Vorwürfe, wie sie gegen Weinstein und Wedel erhoben würden, müsse man davon jedoch trennen.

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