Brasilien Rio: Zahl der Toten nach Polizei-Einsatz steigt auf 22

Die Polizei hat sich in Rio de Janeiro bei einer versuchten Festnahme einen Schusswechsel geliefert. Dabei sollen auch einfache Bewohner eines Armenviertels tödlich getroffen worden sein.
24.05.2022, 21:28
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Nach dem Polizei-Einsatz in einem Armenviertel der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro hat sich die Zahl der Opfer weiter erhöht. Von mindestens 22 Toten berichteten brasilianische Medien wie das Nachrichtenportal „G1“ und die Zeitung „Folha de S. Paulo“.

Zwölf der Toten waren der Polizei zufolge Kriminelle. Zudem wurde demnach eine Bewohnerin von Vila Cruzeiro versehentlich von einer Kugel getroffen und starb. Die neun anderen Toten waren noch nicht identifiziert. Mindestens fünf weitere Menschen wurden verletzt.

Augenzeugen zufolge war es in dem Armenviertel im Norden Rios zu heftigen Schusswechseln gekommen. Die Polizei wollte laut dem Bericht die Chefs des Verbrechersyndikats Comando Vermelho (Rotes Kommando) festnehmen, die sich dort versteckt haben sollen. Neun Gewehre und vier Pistolen und eine Handgranate seien sichergestellt worden.

Vor etwa einem Jahr hatten Polizisten bei einer Razzia in Rio mindestens 28 mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden getötet. Mächtige Banden ringen in den Armenvierteln um Kontrolle bei Drogenhandel und Schutzgeldgeschäften.

Die Polizei beschuldigte den Obersten Gerichtshof dafür, dass mehr Kriminelle nach Rio gekommen seien. „Wir haben diese Bewegung vom Zeitpunkt der Entscheidung des STF [die Polizei-Einsätze in Favelas während der Corona-Pandemie einzuschränken] an festgestellt“, zitierte die „Folha de S. Paulo“ den Coronel Luiz Henrique Marinho. In keinem anderen Land der Welt kommen so viele Menschen bei Polizeieinsätzen ums Leben wie in Brasilien.

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