Ursache unklar

Massenhaftes Tiersterben an Küste von Halbinsel Kamtschatka

Und wieder gibt es in Russland einen Umweltskandal. An der Küste der Halbinsel Kamtschatka sind tote Robben, Kraken und Fische angespült worden. Für Touristen könnte ein Besuch der Strände gefährlich sein.
06.10.2020, 07:17
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Von Andreas Stein und Christian Thiele
Massenhaftes Tiersterben an Küste von Halbinsel Kamtschatka

Aktivisten von Greenpeace stehen in der Nähe des Strandes von Khalaktyr auf der Halbinsel Kamtschatka am Meer, dessen Wasser gelblich gefärbt ist.

Elena Safronova

An der Küste der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten Russlands ist es zu einem massenhaften Tiersterben gekommen. Der Gouverneur der Region, Wladimir Solodow, warnte Einwohner und Touristen vor dem Besuch der Strände. „Das einzige, was man bisher sagen kann, ist, dass es eine Wasserverschmutzung gibt“, sagte er einer Mitteilung zufolge. Eine Version sei, dass giftige Substanzen ins Wasser gelangt seien, sagte der Gouverneur der Region, Wladimir Solodow, am Montag in der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski der Staatsagentur Tass zufolge. „Was genau, das müssen wir jetzt herausfinden - auch ob diese Version überhaupt stimmt.“ Es könnten genauso gut natürliche Phänomene wie Algen oder Vulkane dafür verantwortlich sein.

Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden haben sich mindestens neun Menschen mit Beschwerden an Ärzte gewandt. Die hätten von Rötungen und einem Schleier vor Augen berichtet. Die Mediziner hätten eine Verätzungen der Hornhaut ersten Grades diagnostiziert.

Kamtschatka (ai-eps)
Foto: dpa-infografik GmbH

Die Behörden suchten indes weiter nach der Ursache. Zudem wurden Proben genommen, dessen Ergebnisse zu Wochenbeginn vorliegen sollten. Die lokalen Behörden veröffentlichte zugleich am Wochenende ein Video, das einen sauberen Strand zeigte. Es seien keine toten Tiere mehr an Land gespült worden. Die Farbe des Meerwassers sei normal.

Zuvor hatten die Umweltschützer von Greenpeace Alarm geschlagen. Demnach wurden Hunderte toter Meerestiere vor Kamtschatka angespült. In Videos waren ein mutmaßlicher Erdölteppich und tote Robben, Kraken und Fische zu sehen. Touristen an den bei Surfern beliebten Stränden hatten zudem über Vergiftungsbeschwerden geklagt.

In Russland kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen. Ende Mai waren in der Nähe des Nordpolarmeeres in der Industrieregion Norilsk 21.000 Tonnen Öl aus einem Heizkraftwerk ausgelaufen.

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