Unfälle Säure des Rhein-Unglückstankers wird untersucht

St. Goarshausen. Knapp zwei Wochen nach der Havarie eines Säuretankers auf dem Rhein prüfen Experten, was mit der Ladung geschehen ist. Unterdessen wurde im Rhein eine männliche Wasserleiche entdeckt. Ob es sich um einen der beiden vermissten Matrosen handelt, ist unklar.
26.01.2011, 18:20
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St. Goarshausen. Knapp zwei Wochen nach der Havarie eines Säuretankers auf dem Rhein prüfen Experten, was mit der Ladung geschehen ist. Unterdessen wurde im Rhein eine männliche Wasserleiche entdeckt. Ob es sich um einen der beiden vermissten Matrosen handelt, ist unklar.

Spannung bei St. Goarshausen: Experten haben das im Rhein gekenterte Säuretankschiff am Mittwoch genau unter die Lupe genommen. Sie wollen klären, ob sich die rund 2400 Tonnen Schwefelsäure an Bord seit dem Unfall vor knapp zwei Wochen verändert haben. Aus zwei Tanks und umliegenden Hohlräumen seien planmäßig und ohne besondere Vorkommnisse Proben entnommen worden, die nun analysiert würden, berichtete das Pressezentrum "Havarie Loreley" in St. Goarshausen (Rhein-Lahn-Kreis). Ein Ergebnis werde nicht vor Donnerstagmittag vorliegen. Vom Zustand der Säure hängt ab, wie es mit der Bergung des umgekippten Schiffes weitergeht.

Unterdessen sorgte der Fund einer männlichen Wasserleiche im Rhein bei Boppard für Aufsehen. Ob es sich dabei um inen der beiden Matrosen handelte, die seit dem Unfall vor rund zwei Wochen vermisst werden, war zunächst unklar. "Wir wissen absolut nicht, ob es damit zusammenhängt", sagte ein Sprecher.

Der Tote war nachmittags in der Nähe einer Weinbergregion an Land getrieben worden. Seit dem Unfall des Tankers an der Loreley werden zwei der vier Besatzungsmitglieder vermisst. Zwei weitere hatten gerettet werden können.

Die Experten bohrten mit einem Spezialverfahren etwa fünf bis zehn Millimeter große Löcher in die Tanks des Schiffes, um Proben zu ziehen. "Wir wollen prüfen, ob sich Wasserstoffgas gebildet hat und in welchem Zustand die Säure ist", erklärte der Vize-Leiter des Wasser- und Schifffahrtamtes Bingen, Florian Krekel. Da das Gas hochexplosiv ist, und es beim Zusammentreffen von Säure und Wasser zu einer Verpuffung kommen kann, wurde der Unglücksort für die Untersuchung weiträumig abgesperrt. "Stopp" hieß es für den Auto-, Schiffs- und Bahnverkehr rund um die Unfallstelle.

Sei die Chemikalie noch in konzentrierter Form in den Tanks, könne sie abgepumpt und in Edelstahltanks abtransportiert werden, sagte Krekel. Sei sie aber inzwischen mit eingelaufenem Wasser verdünnt, müssten spezielle Gummitanks her. An ein Ablassen der Säure in den Rhein werde derzeit nicht gedacht. (dpa)

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