Behinderte und nicht behinderte Kinder feiern gemeinsames Sportfest Schüler zeigen vollen Einsatz

Das neunte Sportfest der Likedeeler Schule
23.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Schüler zeigen vollen Einsatz
Von Marius Merle

Das neunte Sportfest der Likedeeler Schule

in Verden am gestrigen Mittwoch fiel größer aus als in den vergangenen Jahren: Insgesamt 280 Schüler tummelten sich im Verdener Stadion an den aufgebauten Stationen, und eine Cheerleadergruppe, eine Schulband und ein Maskottchen sorgten für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Verden. Sichtlich Freude hatten die Jungen und Mädchen, für einen Tag dem Schulalltag zu entfliehen und sich beim Sportfest der Likedeeler Schule unter dem Motto "hier bewegt sich was" in Aktivitäten wie Stelzenlaufen oder Tauziehen zu versuchen. Auch die zeitweise böigen Winde und die Temperaturen im einstelligen Bereich taten dem sportlichen Treiben keinen Abbruch.

"Mir gefällt dieser Sporttag sehr, auch wenn es kalt ist. Besonders das Minigolfspielen bereitet mir viel Freude", sagte die 18-jährige Natalie aus der diesjährigen Abschlussklasse, für die es somit das letzte Sportfest gewesen ist. Natalie war eine von 103 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern der Likedeeler Schule. Die Schule ist eine anerkannte Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe im Landkreis Verden, in der Kinder mit einer geistigen Behinderung an verschiedenen Schulstandorten im Kreis ihre Schulpflicht ableisten können.

Die weiteren rund 180 teilnehmenden Schüler kamen aus den jeweiligen Kooperationsklassen an den Schulstandorten. "Die Veranstaltung ist sozusagen gelebte Inklusion", freute sich Beate Meinecke, Leiterin des Organisationsteams der Lebenshilfe, darüber, dass sich Kinder mit Behinderung gemeinsam mit Jungen und Mädchen ohne Behinderung frei von Berührungsängsten in sportlichen Spaßdisziplinen messen können. Beim Sportfest bekam das Organisationsteam tatkräftige Unterstützung von den Pflegeassistenten der Berufsfachschule.

17 unterschiedliche Sportspiele

An insgesamt 17 Stationen wurden laut Angabe der Veranstalter Sportspiele im Wandel der vergangenen 50 Jahre angeboten. Bei einigen, wie beim Feuerlöschen oder Minigolf, war eher das Feingefühl und Geschick der Schüler gefragt, während es beim Medizinballwerfen auf die Kraft ankam. Aber auch Schnellig- und Beweglichkeit waren wichtig bei Stationen wie dem Gummistiefellauf. Mindestens fünf Stationen sollte jeder Teilnehmer durchlaufen, viele, wie der neunjährige Peer, hatten jedoch Lust auf mehr. "Ich habe alle Stationen absolviert", sagte er stolz über seine erbrachte Leistung.

Zuvor hatte die Cheerleader-Gruppe der Jahnschule im großen Stil das Warmmachen für alle Kinder und Jugendlichen übernommen. Ein Auftritt der Realschulband aus Verden sorgte für den musikalischen Höhepunkt, und der Löwe Cupinio, das Maskottchen des Sporttages, zog vor allem die jüngeren Schüler in seinen Bann.

Als der Parcours mit den Stationen geschafft war, standen die Ausscheidungsläufe der Klassenschnellsten auf dem Programm. Dass an diesem Tag aber nicht das Gewinnen, sondern vielmehr das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund stand, zeigte sich darin, dass am Ende jeder Teilnehmer eine Medaille überreicht bekam.

Und stellvertretend für den olympischen Gedanken "dabei sein ist alles" stand an diesem Tage der neunjährige Jonah, der trotz geschientem Fuß wegen eines gebrochenen Mittelfußgelenkes seine Sportkleidung angezogen hatte. "Ich kann zwar nicht vieles machen, aber einige Aktionen gehen auch so", meinte er. Und wenn es auch nur jene war, das knuddelige Maskottchen zu ärgern.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+