Kommentar

Schulterschluss

Ralf Michel zum Salafismus in Bremen Zehn junge Männer aus Bremen sind in den vergangenen Monaten nach Syrien ausgereist, um dort Seite an Seite mit selbst ernannten „Gotteskriegern“ zu kämpfen. Zwei von ihnen haben das jetzt vermutlich mit ihrem Leben bezahlt.
18.06.2014, 00:00
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Schulterschluss
Von Ralf Michel

Ralf Michel

zum Salafismus in Bremen

Zehn junge Männer aus Bremen sind in den vergangenen Monaten nach Syrien ausgereist, um dort Seite an Seite mit selbst ernannten „Gotteskriegern“ zu kämpfen. Zwei von ihnen haben das jetzt vermutlich mit ihrem Leben bezahlt.

Was in den Köpfen dieser Männer vorgeht, sei nicht nachvollziehbar, sagt Innensenator Ulrich Mäurer. Aber er will verhindern, dass noch mehr von ihnen in den Krieg ziehen. Und wenn das nicht gelingt, will er unterbinden, dass sie wieder zurück nach Deutschland und Bremen kommen. Doch dafür bewegt sich der SPD-Senator hart an der Grenze dessen, was in unserem Rechtsstaat zulässig ist. Denn die Beweislage, die das Einkassieren von Pässen oder das Entziehen eines Aufenthaltstitels erlaubt, ist in der Regel mehr als dürftig.

Während der deutsche Rechtsstaat nun aber alle möglichen Verrenkungen unternimmt, um der Bedrohung insbesondere durch den Salafismus Herr zu werden, bleibt es in den islamischen Gemeinden Bremens auffallend ruhig. Warum eigentlich? Es sind ihre Mitglieder, die in Syrien umkommen. Ihre Ehemänner, Söhne und Brüder. Höchste Zeit für mehr Engagement von innen heraus gegen die, die im Namen Allahs für den Tod werben. Vielleicht ja sogar im Schulterschluss mit den deutschen Behörden. ralf.michel@weser-kurier.de

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