Kommentar: Ralf Michel zur „BioStadt Bremen“

Schwammig

Bei der „BioStadt Bremen“ geht es um gesünderes Essen. Von daher passt der Startschuss für dieses Projekt wie gemalt zum Jahresanfang.
03.01.2015, 00:00
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Von Ralf Michel
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Portrait von Ralf Michel

Volker Crone

Bei der „BioStadt Bremen“ geht es um gesünderes Essen. Von daher passt der Startschuss für dieses Projekt wie gemalt zum Jahresanfang. „Mehr Bio aus und für Bremen“ – klingt wie der kollektive gute Vorsatz einer ganzen Stadt fürs neue Jahr.

Und die Vorzeichen stehen gut. Was RotGrün da auftischt, hat auch die CDU schon gefordert, und die Linke ist ohnehin nicht verdächtig, sich gegen gesünderes Essen in Kitas und Schulen zu sperren. Alle könnten also an einem Strang ziehen.

Doch mit guten Vorsätzen ist das eben so eine Sache. Der Titel „BioStadt“ ist nichts, wofür man sich bewerben müsste. Es gibt weder festgelegte Kriterien, die erfüllt werden müssen, noch eine offizielle Zertifizierung. Letztlich ist „BioStadt“ nicht mehr als ein Marketing-Begriff.

Genau diese Schwammigkeit birgt die klassische Gefahr für Projekte dieser Art: Da werden Arbeitsgruppen gebildet, Workshops abgehalten, Kompetenzen gebündelt und natürlich wird vernetzt, was das Zeug hält. Betriebsame Hektik und reichlich heiße Luft, aber keine überprüfbaren Ergebnisse. „Mehr Bio in Kitas, Schulen und öffentlichen Einrichtungen“ mag als plakative Forderung für einen Flyer genügen. Doch wo sind die konkreten Zielvorgaben für die „BioStadt Bremen“? Die gilt es zu formulieren. Auf die Gefahr hin, dass man sich daran später wird messen lassen müssen.

ralf.michel@weser-kurier.de

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