Landwirtschaftsministerin Schweinepest-Sperrzonen: Otte-Kinast dringt auf Neuregelung

Nur bei einem Tier wurde die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen - doch die Sperrzone betraf rund 200.000 Schweine im westlichen Niedersachsen. Ministerin Barbara Otte-Kinast dringt zum Ende der Restriktionen für die Betriebe auf eine Änderung der EU-Vorgaben.
04.10.2022, 07:01
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) dringt zum Ende der Schweinepest-Sperrzonen am Mittwoch in Niedersachsen auf eine Änderung der entsprechenden EU-Vorschriften. „Die strengen EU-Vorgaben wie die Dreimonatsfrist und die Zehn-Kilometer-Sperrzone müssen auf den Prüfstand, wenn wir nur einen Punkteintrag in einem Hausschweinebestand nachweisen können“, forderte Otte-Kinast am Dienstag. Am Mittwoch fallen alle Restriktionen in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim. Somit kann ab Mitternacht mit dem Abtransport von Schweinen aus den betroffenen Betrieben begonnen werden.

Das starre EU-Regelwerk habe sich für Niedersachsen als ein „Hemmschuh bei der Krisenbewältigung“ erwiesen, sagte die Ministerin. So habe das Fleisch der Tiere auf 80 Grad erhitzt werden müssen, obwohl es andere geeignete Verfahren gebe. „Damit kann das Fleisch kaum noch zu marktgängigen Produkten weiterverarbeitet werden“, sagte Otte-Kinast. Entsprechend zögerlich sei die Nachfrage bei den fleischverarbeitenden Betrieben. Sie forderte bundesweit geltende verbindliche Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten für größere Seuchengeschehen.

Anfang Juli war in einem Betrieb in Emsbüren (Landkreis Emsland) die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden. Nach einem Ausbruch gilt eine vorgeschriebene 90-tägige Frist mit Sperrmaßnahmen, beginnend mit der ersten Reinigung und Desinfektion des Seuchenbestands. Rings um den Hof wurde deshalb eine Schutz- und Überwachungszone eingerichtet, von der fast 300 Betriebe mit rund 200.000 Tieren betroffen waren, obwohl es keinen weiteren Ausbruch gab.

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