Mecklenburg-Vorpommern Sellering tritt zurück, Schwesig wird Regierungschefin

Manuela Schwesig hat nun bestätigt, die Nachfolgerin des erkrankten Erwin Sellering (SPD) als Ministerpräsidentin werden zu wollen. Auch für die Familienministerin gibt es schon Ersatz.
30.05.2017, 10:25
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Manuela Schwesig hat nun bestätigt, die Nachfolgerin des erkrankten Erwin Sellering (SPD) als Ministerpräsidentin werden zu wollen. Auch für die Familienministerin gibt es schon Ersatz.

Erwin Sellering (SPD) tritt aus gesundheitlichen Gründen von seinen Posten als Landes-Chef der SPD und Ministerpräsident in Mecklenburg-Vorpommern zurück. Am Nachmittag bestätigte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) Regierungschefin in Schwerin werden zu wollen. Sie stehe als Nachfolgerin von Erwin Sellering bereit, sagte sie.

Neue Bundesfamilienministerin soll nach Informationen der dpa die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley werden. Ihr Posten wiederum werde laut SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz von Hubertus Heil gefüllt.

Zu Beginn einer Kabinettssitzung am Dienstagvormittag hatte Sellering bekannt gegeben, dass bei ihm eine Krebserkrankung festgestellt wurde. In einer schriftlichen Erklärung teilte er der Öffentlichkeit mit: „Bei mir ist vor einigen Tagen völlig überraschend eine Lymphdrüsen-Krebserkrankung festgestellt worden, die umgehend eine massive Therapie erfordert. Ich werde deshalb nicht mehr in der Lage sein, das Amt des Ministerpräsidenten so auszufüllen, wie das objektiv notwendig ist und meinem Anspruch an mich selbst entspricht."

Er scheide mit großer Dankbarkeit aus dem Amt, fügte er hinzu. Sellering bittet zudem darum, dass sein weiterer Krankheitsverlauf nicht in den Medien thematisiert wird. SPD-Chef Martin Schulz hat "großen Respekt" für den Rücktritt. "Ich weiß, dass ihm diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist", sagte Schulz am Mittag in Berlin. Schulz würdigte Sellering als "außergewöhnlichen Politiker" und "außergewöhnlichen Menschen".

Sellering war seit Oktober 2008 Ministerpräsident, er folgte auf den zurückgetretenen Harald Ringstorff. Bei den Landtagswahlen im Herbst 2016 holte Sellering mit der SPD 30,3 Prozent. Das war zwar ein deutliches Minus von fünf Prozentpunkten gegenüber 2011, doch es reichte, um seine Position als Regierungschef zu verteidigen.

Schwesig war bereits Ministerin in Mecklenburg-Vorpommern

Seine mögliche Nachfolgerin, Manuela Schwesig, ist stellvertretende SPD-Parteivorsitzende und seit 2013 Bundesfamilienministerin im Kabinett von Merkel. Zuvor war sie fünf Jahre Ministerin in Mecklenburg-Vorpommern, zunächst für das Ressort Soziales und Gesundheit, danach für Arbeit, Gleichstellung und Soziales.

Mit dem Wechsel der promovierten Ex-Richterin von Katarina Barley (48) ins Bundesministerium für Familien, Jugend und Frauen wird ihr Posten als SPD-Generalsekretärin frei. Wie am Nachmittag bekannt wurde, soll der 44-jährige SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil wieder Generalsekretär werden. Das sagte der SPD-Vorsitzende Schulz in der Fraktion. Heil hatte das Amt bereits von November 2005 bis November 2009 inne.

(dpa/cah)

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