Kleidermarkt und Modenschau der Tibethilfe in Fischerhude sorgte wieder für großen Andrang Shoppen für den guten Zweck

Einmal im Jahr verwandelt sich die Diele von Buthmanns Hof in einen Laufsteg: Fischerhuder werden zu Models und präsentieren farbenfrohe Kombinationen aus Sommer-, Winter- und Abendmode. Jetzt lud der Verein "Projekt Kunsthandwerkerschule Lhasa" erneut zu Modenschau und Kleidermarkt: Jedes gut erhaltene Teil wurde für den guten Zweck verkauft.
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Von Andrea Zachrau

Einmal im Jahr verwandelt sich die Diele von Buthmanns Hof in einen Laufsteg: Fischerhuder werden zu Models und präsentieren farbenfrohe Kombinationen aus Sommer-, Winter- und Abendmode. Jetzt lud der Verein "Projekt Kunsthandwerkerschule Lhasa" erneut zu Modenschau und Kleidermarkt: Jedes gut erhaltene Teil wurde für den guten Zweck verkauft.

Fischerhude. 1994 reiste Ina Mahlstedt nach Tibet und lernte dort Jampa Tsundu, den Leiter einer tibetischen Kunsthandwerker-Initiative in Lhasa kennen. Er hatte gerade von den chinesischen Behörden die Genehmigung erhalten, körperlich behinderten und verwaisten Jugendlichen, die in seinen Werkstätte arbeiteten, einen halbtägigen Schulunterricht erteilen zu dürfen. "Mir war sofort klar, dass diese Schule nicht nur Unterstützung gebrauchen konnte, sondern diese auch verdient hatte", erzählte Mahlstedt. Kurzerhand rief sie den Verein "Projekt Kunsthandwerkermarkt Lhasa" ins Leben - seither erhält Jampa Tsundu regelmäßig Spenden aus Deutschland, um den Betrieb seiner Schule in Lhasas Altstadt aufrecht erhalten zu können. "Seitdem war ich schon viermal in Tibet und konnte mich davon überzeugen, wie sinnvoll die von uns gesammelten Spenden eingesetzt werden", berichtete die Initiatorin.

Models erhalten jede Menge Applaus

Das Sammeln gut erhaltener Kleidung und den Kleidermarkt veranstaltet der Verein seit seiner Gründung – seit 2000 findet zusätzlich die Modenschau statt. "Auf diesem Wege verkaufen sich viele Teile noch besser", berichtet Mahlstedt. So auch in diesem Jahr: Die Models, die allesamt aus Fischerhude und umzu kamen und sich freiwillig für die Schau gemeldet hatten, erhielten jede Menge Applaus, und schon während der Präsentation wechselte so manches Kleidungsstück den Besitzer.

Im Vorfeld hatte die Tibetinitiative dazu aufgerufen, gut erhaltene Kleidung zu spenden. "Es ist unheimlich viel zusammen gekommen", freute sich Ina Mahlstedt. So konnten die Gäste des zweitägigen Kleidermarktes aus rund 1.300 Stücken auswählen – das Angebot reichte über Hosen, Jacken, Mäntel, Anzüge, Hemden und Hüte bis hin zu Krawatten, Röcken, Kleidern, Blusen und Schuhen. Bevor die guten Stücke feilgeboten wurden, sichteten rund 30 Ehrenamtliche das Angebot. Manch ein fehlender Knopf wurde wieder angenäht, einige Sachen wurden noch einmal gewaschen, wiederum andere direkt aussortiert. "Was nicht mehr so gut ist, wird direkt an den Verein Hilfe und Tat gespendet und geht nach Russland." Gleiches gilt für die Kleidung, die während des Kleidermarktes keinen neuen Besitzer finden konnte. "Nicht alles wird ein zweites Mal angeboten." Wie groß das Interesse an den gebrauchten Kleidern war, wurde während der beiden Modenschauen in Buthmanns Hof deutlich: Nicht jeder Interessent fand einen Platz, um die Models hautnah bestaunen zu können. Nach der halbstündigen Vorführung durfte schließlich jeder ausgiebig stöbern – alle Teile hatten einen festen Preis, es sei denn, es handelte sich um wertvolle Pelzmäntel oder Designerstücke. Feilschen war nicht an der Tagesordnung, ganz im Gegenteil: Viele Käufer gaben mehr, als der Pullover oder das Sakko eigentlich kosten sollte. "Eine wirklich tolle Idee", war von vielen Besuchern zu hören, von denen die meisten bereits Stammgäste des Kleidermarktes sind und sich den Termin im November dick im Kalender anstreichen. Bis zu 14.000 Euro kamen in den vergangenen Jahren zusammen, wie viel es diesmal war, wird zeitnah bekannt gegeben.

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