Böhmermann zu seiner SPD-"Kandidatur"

"Sozialdemokratie ist deutsches Amazonas-Gebiet"

Der SPD-Vorsitz bleibt ihm verwehrt - doch der TV-Satiriker Jan Böhmermann will Mitglied in der Partei bleiben. Beziehungsweise werden. Das ließ Böhmermann am Montag in einem Video verlauten.
02.09.2019, 15:21
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"Sozialdemokratie ist deutsches Amazonas-Gebiet"

Jan Böhmermann: „Mein Team und ich prüfen die juristische Anfechtbarkeit meiner Nichtzulassung zur Wahl um den SPD-Vorsitz."

Matthias Balk/dpa

TV-Satiriker Jan Böhmermann ist zwar nicht als Kandidat um den SPD-Vorsitz zugelassen worden, will nach eigenen Angaben aber Mitglied in der Partei bleiben beziehungsweise werden.

Für die Kandidatur um den Vorsitz habe es „ganz knapp doch nicht gereicht“, sagte der 38 Jahre alte Fernseh-Moderator am Montag in einem Video auf Youtube. „Die SPD und ich sind uns nicht einmal sicher, ob ich in den letzten drei Tagen wenigstens Parteimitglied geworden bin.“

Für ihn stehe aber fest: Er wolle SPD-Mitglied im Ortsverein Köthen, Sachsen-Anhalt, werden. Der SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt hatte am Samstag bestätigt, dass Böhmermann in Köthen aufgenommen worden sei. Dies reiche jedoch formal nicht aus, weil der Moderator nicht in Köthen wohne. „Mein Team und ich prüfen außerdem die juristische Anfechtbarkeit meiner Nichtzulassung zur Wahl um den SPD-Vorsitz“, sagte Böhmermann.

Selbst wenn es bei der Urwahl um den Parteivorsitz mit einer Kandidatur für ihn nicht mehr klappen sollte, spätestens im Frühjahr 2020 werde die SPD einen neuen Parteivorsitzenden, eine neue Doppelspitze suchen, sagte Böhmermann in dem Video. „Dann sind mein Team und ich noch besser vorbereitet und haben einen noch längeren Vorlauf. Dann wird es klappen.“

Die Sozialdemokratie sei "das deutsche Amazonas-Gebiet", sagt Böhmermann in dem Video vor rotem Hintergrund, "sie wurde für Marktinteressen und einfachen Profit in Brand gesteckt." Und weiter: "Wir müssen die rote Lunge Deutschlands retten."

Der Moderator der ZDF-Sendung „Neo Magazin Royale“ hatte am Donnerstag kurzfristig verkündet, dass er Bundesvorsitzender der SPD werden wolle. Die Frist für Bewerbungen um den SPD-Vorsitz ist am Sonntagabend um 18 Uhr abgelaufen. (dpa/rab)

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