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Steffen Hallaschka übernimmt ab Mittwoch, 12.01., die Moderation von "Stern TV"

Einmal darf er noch mit Stützrädern, dann muss Steffen Hallaschka selbst durch das Magazin "Stern TV" führen.
07.01.2011, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine Metzger
Steffen Hallaschka übernimmt ab Mittwoch, 12.01., die Moderation von "Stern TV"

Vollblutjournalist Steffen Hallaschka: "Ich habe schon als Kind mit einem Rekorder Radiosendung gespielt und wöchentlich

RTL / Stefan Gregorowius

Einmal darf er noch mit Stützrädern, dann muss Steffen Hallaschka selbst durch das Magazin "Stern TV" führen.

Eine Legende verschwindet nicht mal eben so. Deshalb gab Günther Jauch am 5. Januar noch einmal eine Abschiedsvorstellung an der Seite seines Nachfolgers, bevor er nach 20 Jahren die Moderation von "Stern TV" am Mittwoch, 12. Januar, 22.15 Uhr, endgültig Steffen Hallaschka anvertraut. Dabei braucht der eigentlich gar keine Unterstützung: Hallaschka hat reichlich Radio- und TV-Erfahrung; mit der WDR-Politikshow "Kanzlerbungalow" wurde er sogar schon für den Grimme-Preis nominiert. Dementsprechend sieht der 39-Jährige seiner neuen Aufgabe auch eher entspannt entgegen: Angst vor den großen Fußstapfen, die er nun ausfüllen muss, hat er nicht. "Damit muss ich mich nicht weiter befassen, weil das schon die Fernsehkritik tun wird", sagt er mit einem Schmunzeln.

Seine Leidenschaft für den Journalismus entdeckte Hallaschka schon früh: "Ich habe schon als Kind mit einem Rekorder Radiosendung gespielt und wöchentlich kleine Zeitungen gebastelt", erzählt der Moderator. Die Initialzündung erlebte er dann mit 17 Jahren: "1989 rief der Hessische Rundfunk eine Jugendsendung ins Leben. Damals war das Jugendradio noch im Kulturprogramm versteckt, zwischen internationalen Pressestimmen und zeitgenössischer Klassik - also da, wo sich garantiert keine Jugendlichen tummeln", lacht Hallaschka, der ursprünglich nur für eine Sendung als Studiogast geladen war und dann einfach als Mitarbeiter blieb. Durch den versteckten Sendeplatz war das Programm weitgehend unbekannt, und so hatten die Macher alle Freiheiten, sich auszuprobieren.

"Ein Berufsweg, so wie ich ihn gemacht habe, ist nur bei den öffentlich-rechtlichen Sendern möglich", sagt der Vollblutjournalist rückblickend. Deshalb ist er auch nach seinem Wechsel zum Privatsender RTL "grundsätzlich ein Verfechter dieses Systems". Nur das Format "Stern TV", für ihn "das vielseitigste und reizvollste Magazin im deutschen Fernsehen", verführte ihn dann eben doch. "Es ist eine sehr befriedigende Arbeit, Themen für ein Publikum umzusetzen. Eine Sachlage zu vermitteln, dabei aber auch so zu unterhalten, dass die eigene Arbeit Zuhörer und Leser findet."

Das Vermitteln zumindest liegt dem gebürtigen Kasseler, der mittlerweile mit seiner Frau in Hamburg lebt, im Blut: Ein Großvater war Lehrer, ein anderer Pfarrer, beide brachten weitere Lehrer und Pfarrer hervor - fast schon eine "Dynastie", wie Hallaschka sagt. "Ich glaube, dass die Kultur, in der man aufwächst, einen prägt. Und das sind vermittelnde Berufe - wie der Journalismus eben auch. Ich habe mir nur ein anderes Lehrpult und eine andere Kanzel ausgesucht. Das ist nicht ganz zu vertreiben aus unserem Erbe." Auch Hallaschkas älterer Bruder Andreas wählte den Journalismus - er ist Chefredakteur des Reisemagazins "Merian".

Doch auch Unterhaltung ist für Hallaschka kein Fremdwort: Ein bisschen Rampensau war er schon immer. "Ich glaube, dass es Menschen gibt, und dazu zähle ich mich auch, die es immer auf die Bühne treibt." Als Jugendlicher versuchte er mit einer Rockband namens "Zoff" sein Glück, doch allzu weit kam er damals nicht: "Ich glaube, ich bin unbestritten ein besserer Moderator, als ich ein Musiker war, insofern habe ich da bestimmt die richtige Route gewählt", gesteht er. "Heute mache ich aktiv zum Glück keine Musik mehr, außer vielleicht gelegentlich bei privaten Karaoke-Partys. Aber da liegt der Spaß ja in der Abwesenheit von jeglichem Niveau."

Trotzdem stellt er auch heute noch jedes Jahr eine CD mit seinen persönlichen Lieblingsliedern zusammen. Wenn er sich aber einen musikalischen Gast für "Stern TV" wünschen dürfte, dann wäre das Udo Lindenberg: "Die erste Platte, die ich besaß, war von Udo Lindenberg", erklärt Hallaschka - und gerät ins Schwärmen: "Er hat mich in meiner Jugend musikalisch sozialisiert, und es freut mich ungemein, dass er seit einiger Zeit ein ganz bewundernswertes Comeback erlebt. Und daneben ist er so eine verrückte, einzigartige, schillernde Persönlichkeit. Also, wenn Udo Lust hat, mal bei 'Stern TV' vorbeizuschauen - ich würde mich freuen."

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