Ermittlungsverfahren eingeleitet / Gerd Landzettel fordert Überprüfung der Erdgasförderung in Völkersen Strafanzeige gegen RWE und Landesbergamt

Durch eine Leckage ist am 22. August 2011 Lagerstättenwasser aus einem Rohr ausgetreten. Dadurch wurde das Erdreich mit Benzol belastet. Gerd Landzettel hat Strafanzeige gegen die RWE Dea und das Landesbergamt (LBEG) als Aufsichtsbehörde gestellt. Das Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.
02.07.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Strafanzeige gegen RWE und Landesbergamt
Von Michael Kerzel

Durch eine Leckage ist am 22. August 2011 Lagerstättenwasser aus einem Rohr ausgetreten. Dadurch wurde das Erdreich mit Benzol belastet. Gerd Landzettel hat Strafanzeige gegen die RWE Dea und das Landesbergamt (LBEG) als Aufsichtsbehörde gestellt. Das Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Langwedel. "Ich nenne es mangelndes Problembewusstsein", sagte Gerd Landzettel von der Bürgerinitiative "No Fracking". Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sei seiner Aufsichtspflicht bei der Überwachung der Erdgasförderung in Völkersen durch die RWE Dea nicht nachgekommen. Daher habe er Strafanzeige eingereicht, sagte Landzettel, der 25 Jahre lang als Richter am Amtsgericht Bremen arbeitete. Ein solcher Fall müsse an die Stelle gebracht werden, die zuständig sei: die Strafverfolgungsbehörden.

Das LBEG genehmigt nicht nur die Verfahren für die Erdgasförderung und überwacht, ob der jeweilige Konzern sich an die Regeln hält, sondern ist auch die Ermittlungsbehörde bei Verstößen. Das heißt, dass eine Abteilung des LBEG in diesem Fall gegen eine andere ermittelt.

Die RWE Dea habe sich ebenfalls nicht korrekt bei der Behandlung und Entsorgung von Lagerstättenwasser im Erdgasfeld Völkersen verhalten. Nach Landzettels Ansicht müsse die Leckage (Undichtigkeit) an der Armatur einer Lagerstättenwasserleitung unabhängig überprüft werden. Durch diese Leckage trat am 22. August 2011 Lagerstättenwasser aus und verunreinigte das Erdreich auf dem Betriebsgelände des Gasförderplatzes Völkersen mit Benzol. Das gestand die RWE Dea ein und baute die 22 Kilometer lange Leitung, bestehend aus sogenannten PE 100 Rohren, aus und sanierte die Erde.

Laut Anzeige hätten RWE und LBEG wissen müssen, sagte Landzettel, dass diese Rohre nicht für Lagerstättenwasser geeignet seien. Schon 1997 habe das Institut für Werkstofftechnik des TÜV darauf hingewiesen, dass "Materialproben im Lagertank auf dem Bohrfeld eingelagert und nach ein, zwei und fünf Jahren erneut überprüft werden sollten". Diese Überprüfungen hätten, falls sie durchgeführt wurden, ergeben müssen, meinte Landzettel, dass es zu Leckagen kommen könne. Zudem habe das LBEG selbst in einem Gutachten festgestellt, dass es andernorts bei PE-Rohren durch "Diffusion durch die Rohrwand" zu Verunreinigungen des Erdreichs gekommen sei. Auch der TÜV Nord habe festgestellt, dass die Eignung der PE-Leitungen für den Transport von Lagerstättenwasser nicht ohne Weiteres bestätigt werden könne. Trotz dieser Erkenntnisse habe die RWE, sagte Landzettel, mit Wissen des LBEG weiterhin Lagerstättenwasser durch die PE 100 Rohre geleitet, bis es im August tatsächlich zu einem Benzolaustritt in das Erdreich kam.

Ein weiterer Punkt in der Strafanzeige beinhaltet den Vorwurf, dass die RWE Dea und auch das LBEG von dem Quecksilber im Lagerstättenwasser wussten, dieses trotzdem durch die PE 100 Rohre leiteten und auch in ausgeförderte Bohrstellen verpresste.

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