Nach WM-Spiel Straßenschlachten in Belgien: Viele junge Männer unter den Tätern

Während und nach dem Sieg der marokkanischen Fußballnationalmannschaft über Belgien lieferten sich Randalierer regelrechte Straßenschlachten – laut dem Brüsseler Bürgermeister waren es vor allem junge Männer.
29.11.2022, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Katrin Pribyl

Am Tag danach sind die Zeichen der Verwüstung nach den hässlichen Straßenschlachten zwar weggeräumt, doch es herrscht noch immer großer Ärger. Man werde alle Bilder analysieren und „die Täter verfolgen", versprach der Brüsseler Bürgermeister Philippe Close am Montag und verurteilte noch einmal die „völlig inakzeptablen“ Ausschreitungen vom Wochenende.

Es hatte am Sonntagnachmittag nicht einmal bis zum Abpfiff des WM-Spiels gedauert, und die Befürchtungen der belgischen Behörden hatten sich bereits bewahrheitet. Brennende Roller, demolierte Autos, eine zerstörte Ampel, beschädigte Bänke, eingeschlagene Schaufenster und dazu mehrere verletzte Menschen – während und nach dem 2:0-Sieg der marokkanischen Fußballnationalmannschaft über Belgien lieferten sich Randalierer regelrechte Straßenschlachten in Brüssel und anderen Städten Belgiens sowie der Niederlande. Krawallmacher, viele von ihnen vermummt, warfen Feuerwerkskörper und Flaschen auf die Polizei und schlugen mit Stöcken aufeinander ein.

Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein

Zwölf Menschen wurden laut Polizei in Brüssel festgenommen, eine Person wurde in Gewahrsam genommen. An einigen Orten, darunter Antwerpen, setzten die Beamten Tränengas und Wasserwerfer ein. Zudem wurden Straßen gesperrt und Metrostationen geschlossen, um etwa in Brüssel eine Ausbreitung der Ausschreitungen zu verhindern. Über der Hauptstadt kreiste ein Hubschrauber, Bilder von Polizisten mit Schlagstöcken und Schilden machten in den sozialen Medien die Runde.

Bürgermeister Close lobte gestern noch einmal ausdrücklich den Einsatz der „extrem gut vorbereiteten Ordnungskräfte“. Dadurch habe man verhindern können, dass die Schläger es in Richtung Weihnachtsmarkt und Einkaufsviertel im Zentrum schaffen konnten. „Wir konnten den Schaden begrenzen.“ Gleichzeitig verwies er auf das junge Alter der Gewalttätigen. „Es stellt sich die Frage, ob die Eltern sich darüber im Klaren sind, was einige ihrer Kinder tun", sagte er. Tatsächlich waren es laut Behörden vor allem junge Männer, die für die Szenen sorgten. Dazu gehörten auch Fußballanhänger, die sich marokkanische Flaggen über die Schultern geworfen hatten. Sowohl in Belgien als auch in den Niederlanden gibt es große marokkanische Gemeinden, weshalb die Behörden schon vor dem Spiel alarmiert waren – und Sondereinsatzkräfte mobilisierten.

Journalist durch Feuerwerkskörper verletzt

Der überwältigende Großteil der Fans hatte – je nach Lager – entweder friedlich die Niederlage verarbeitet oder aber den Sieg ihrer Mannschaft bejubelt, indem die Feiernden hupend durch die Stadt fuhren und Fahnen schwenkten. Die Randalierer dagegen hätten gezielt die Auseinandersetzung mit der Polizei gesucht, wie es von Seiten der Behörden hieß. Auch Medienvertreter wurden angegriffen. Ein Journalist sei „durch Feuerwerkskörper im Gesicht verletzt worden“. Trotz der Vorfälle plant Bürgermeister Philippe Close jedoch nicht, in den nächsten Tagen Versammlungsverbote zu verhängen.

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