Denkmäler Studie: Neue Rheinquerung in Remagen möglich

Vor 77 Jahren überqueren US-Truppen bei Remagen den Rhein. Kurz darauf stürzt die Brücke ein. Nun ist ein Nachfolgebau im Gespräch.
13.09.2022, 14:13
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Eine neue Studie hält den Bau einer Rheinquerung für Fußgänger und Radfahrer an der Stelle der zerstörten, weltberühmten Brücke von Remagen für möglich. Die Errichtung eines 325 Meter langen und sechs Meter breiten Bauwerks zwischen den an beiden Rheinufern erhaltenen Doppeltürmen der historischen Brücke sei demnach „machbar und realistisch“, sagte der Wirtschaftsförderer der Stadt Remagen, Marc Bors, am Dienstag. Für „22 Millionen Euro netto“ könnte die filigrane Hängebrücke 9,10 Meter über dem höchsten schiffbaren Wasserstand in den kommenden rund zehn Jahren laut der ingenieurtechnischen Machbarkeitsstudie gebaut werden.

In Notfällen solle die neue Querung für Fußgänger und Radfahrer zwischen dem linksrheinischen Remagen und dem gegenüberliegenden Erpel auch von Blaulichtwagen befahrbar sein, aber „definitiv keine Autobrücke werden“, ergänzte Bors. Neue schlanke Pfeiler sollen nach seinen Worten nur an den Ufern stehen - jeweils hinter den denkmalgeschützten historischen Brückentürmen.

Mit der Finanzierung des Projekts wären die Stadt Remagen, die Verbandsgemeinde Unkel und die Ortsgemeinde Erpel südlich von Bonn überfordert, erklärte der Wirtschaftsförderer. „Da sind auch das Land Rheinland-Pfalz und der Bund gefragt.“ Es gebe entsprechende Gespräche und positive Signale, aber noch keine konkreten Zusagen.

Bei einer Online-Befragung von mehr als 3500 Bürgern hatten sich laut Bors 91 Prozent letztlich für die neue Hängebrücke ausgesprochen. Zwischen Bonn und Neuwied gibt es gegenwärtig auf etwa 44 Kilometern keine feste Rheinquerung, nur Fähren, die nicht rund um die Uhr fahren.

Über die historische Brücke von Remagen konnte im Zweiten Weltkrieg die US-Armee am 7. März 1945 nach dem Rückzug der Wehrmacht aus Frankreich hier erstmals den Rhein in Richtung Osten überqueren, ohne dass das Bauwerk wie geplant von den Deutschen zerstört wurde. Erst zehn Tage später stürzte es ein. Das beschleunigte nach Überzeugung von Historikern den Kriegsfortgang deutlich. Weltberühmt machte diese Geschehnisse Ende der 1960er Jahre der US-Film „Die Brücke von Remagen“. In den beiden linksrheinischen Brückentürmen befindet sich heute ein Friedensmuseum.

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