Studie aus Großbritannien Tabakkonsum verstärkt Rheuma

Wer an Morbus Bechterew erkrankt ist und raucht, leidet unter stärkeren Rückenschmerzen und die drohende Versteifung der Wirbelsäule schreitet schneller voran. Das hat eine Studie mit 2000 Patienten ergeben.
02.06.2019, 22:34
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Tabakkonsum verstärkt Rheuma
Von Sabine Doll

Wer an Morbus Bechterew erkrankt ist und raucht, leidet unter stärkeren Rückenschmerzen und die drohende Versteifung der Wirbelsäule schreitet schneller voran. Dies sei in einer Studie belegt worden, wie die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie mitteilt. Morbus Bechterew ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in den Gelenken der Wirbelsäule, sie beginnt meist im jüngeren Erwachsenenalter.

Auffällig viele junge Menschen mit der Diagnose seien Raucher. „Unter den Patienten, die sich bei Fachärzten in Behandlung befinden, ist fast jeder zweite aktiver oder ehemaliger Raucher“, betont Professor Hendrik Schulze-Koops, Präsident der Gesellschaft. Zwar gebe es bisher keine Belege dafür, dass Rauchen zu den Auslösern gehöre. Fest stehe jedoch, dass bei Rauchern unter den Patienten die Beschwerden stärker und die Prognose schlechter ausfielen.

Der Rheumatologe bezieht sich auf eine Studie mit 2000 Patienten aus Großbritannien, die in diesem Jahr in der Fachzeitschrift „Rheumatology“ veröffentlicht wurde. ­Danach hatte die Gruppe der aktiven oder früheren Raucher eine höhere Krankheitsakti­vität und litten häufiger unter Müdigkeit, Schlafstörungen, Angst und Depressionen, die häufig Folgen von Morbus Bechterew seien. Den veröffentlichten Ergebnissen ­zufolge erkrankten Raucher zudem häufiger an Schuppenflechte. „Die Schadstoffe aus dem Tabakrauch lösen im Blut eine Ent­zündungsreaktion aus“, so Schulze-Koops. Die Patienten sollten dringend aufhören zu ­rauchen.

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