Schifffahrt Tag der Seenotretter: Viele Angebote an der Küste

Seit mehr als 150 Jahren sind Deutschlands Seenotretter für Menschen in Not auf Nord- und Ostsee zur Stelle. Einmal im Jahr zeigen die Helfer beim „Tag der Seenotretter“ ihr Können und ihre Technik.
29.07.2022, 07:22
Lesedauer: 2 Min
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Von inh/dpa

Beim traditionellen „Tag der Seenotretter“ stehen Interessierten an diesem Sonntag erstmals nach zwei Jahren Corona-Pandemie wieder viele Rettungsstationen an Nord- und Ostsee offen. In den vergangenen beiden Jahren fand der Aktionstag der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) coronabedingt nur online statt. Nun führen die Seenotretter an vielen Stationen wieder ihre Rettungsschiffe vor, zeigen Übungen und bieten Gespräche und Führungen – unter anderem auch in Bremerhaven. Vor der Pandemie im Jahr 2019 besuchten rund 30.000 Gäste die Stationen und informierten sich über die allein aus Spenden finanzierte Arbeit der Seenotretter.

Eine Rettungsübung mit mehreren Schiffen und einem Hubschrauber ist etwa an der Station im niedersächsischen Wilhelmshaven zu sehen, die auch ihr 150-jähriges Bestehen feiert. Viele Übungen und Besichtigungen von Seenotrettungskreuzern werden auch in Schleswig-Holstein geboten – etwa an den Stationen in Büsum, Laboe, Nordstrand und Grömitz. In Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich etwa die Stationen Kühlungsborn, Warnemünde und Zingst.

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Bei den Besichtigungen der Schiffe gilt das Prinzip „Open Deck“. Das bedeutet, dass sich Interessierte entlang von Rundwegen die Rettungsschiffe an Deck ansehen dürfen. Damit werde gewährleistet, dass die Einheiten auch während des Tages einsatzbereit seien, sagte DGzRS-Sprecher Ralf Baur. Für alle Veranstaltungen gelten zudem Hygienekonzepte und Abstandsregeln.

Der Tag der Seenotretter sei eine Gelegenheit, um mit den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in Kontakt zu kommen, sagte Baur. „Die Arbeit der Seenotretter ist nur möglich, wenn uns genügend Menschen unterstützen.“ Das funktioniere etwa über Spenden, aber auch durch viel ehrenamtliches Engagement. Neben rund 180 festangestellten Kräften, die entlang der Küsten die großen Rettungskreuzer rund um die Uhr besetzen, leisten vor allem mehr als 800 Freiwillige an den insgesamt 55 Rettungsstationen ehrenamtlich Menschen in Seenot Hilfe.

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Die Seenotrettung ist in Deutschland als Sonderfall nicht staatlich organisiert. Sie liegt in Händen der DGzRS, eines 1865 gegründeten Vereins. Die DGzRS kooperiert mit staatlichen Stellen wie Marine, Wasserschutzpolizei und Zoll, erhält aber kein Geld vom Staat. Im vergangenen Jahr retteten die Seenotretter nach eigenen Angaben 61 Menschen aus Seenot – rund 3500 Menschen auf Nord- und Ostsee leisteten sie Hilfe. Insgesamt wurden sie 2021 zu rund 2000 Einsätzen gerufen.

Weitere Informationen zum Programm und zu einzelnen teilnehmenden Stationen gibt es unter seenotretter.de/tds.

Zur Sache

Station Bremerhaven

Uhrzeit: 11 bis ca. 17 Uhr

Adresse: Am Alten Vorhafen 16, 27568 Bremerhaven

Programm:

- Sprechen Sie mit den Seenotrettern über ihre Arbeit.
- Open Deck auf dem Seenotrettungskreuzer Hermann Rudolf Meyer.
(Zugang der Rettungseinheit an Deck unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sowie FFP2-Maske möglich, Innenräume können nicht betreten werden)

Der Seenotrettungskreuzer Hermann Rudolf Meyer wurde 1996 bei der Schweers-Werft in Bardenfleth gebaut. Stationiert war er nach seiner Indienststellung am 20. Juli 1996 auf der Station Bremerhaven zunächst am Tonnenhof, seit 2008 am Lotsengebäude. Benannt ist er nach einem Bremer Verleger und Förderer der DGzRS, dessen Stiftung seinen Bau ermöglichte.

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