Mahnwache für 25-Jährigen Trauer und Entsetzen nach Tod von Magdeburger Fußballfan

Ein junger Mann steigt nachts in einen Zug und stürzt wenig später aus der Regionalbahn - zehn Tage später stirbt er. Gewaltbereite Fußballfans aus Halle sollen ihn bedroht haben.
12.10.2016, 17:51
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Ein junger Mann steigt nachts in einen Zug und stürzt wenig später aus der Regionalbahn - zehn Tage später stirbt er. Gewaltbereite Fußballfans aus Halle sollen ihn bedroht haben.

Zehn Tage nach seinem Sturz aus einem fahrenden Regionalzug ist ein 25 Jahre alter Fußballfan an seinen schweren Verletzungen gestorben. Das gab die Polizei am Mittwoch in Magdeburg bekannt. Der junge Mann war den Angaben zufolge in der Nacht zum 2. Oktober in einer Regionalbahn von gewaltbereiten Fans des Halleschen FC bedroht worden. Unklar ist laut Polizei, ob er gestoßen wurde oder in Panik selbst aus dem Zug sprang.

Der 1. FC Magdeburg reagierte mit Trauer und Bestürzung auf die Nachricht vom Tod des Mannes. Der Verein drückte der Familie sein tiefstes Mitgefühl aus. Beim nächsten Ligaspiel am Samstag gegen FC Rot-Weiß Erfurt werde die Magdeburger Mannschaft mit Trauerflor auflaufen, teilte ein Sprecher mit. Auch der Erfurter Verein werde mit Trauerflor die Partie bestreiten, hieß es.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) zeigte sich erschüttert vom Tod des jungen Mannes und sprach den Angehörigen und Freunden sein tiefstes Mitgefühl aus. Zugleich appelliere er an mögliche Zeugen des Geschehens, sich bei der Polizei zu melden und damit zur lückenlosen Aufklärung beizutragen. Außerdem sagte Wiegand: "Ich erwarte, dass sich die Präsidien des Halleschen FC und des 1. FC Magdeburg schnell zusammenfinden, um über wirksame Schritte hin zu einer gemeinsamen, gewaltfreien Fankultur zu beraten."

Polizei sucht nach Zeugen

Unterdessen sucht die Polizei nach weiteren Zeugen, die sich in der Nacht zum 2. Oktober in der betreffenden Regionalbahn von Wolfsburg nach Magdeburg befanden, wie ein Sprecher mitteilte. Nach bisherigen Ermittlungen sollen auch bislang unbekannte ausländische Reisende unter den Fahrgästen gewesen sein, die etwas gesehen haben könnten.

Der 25-Jährige war am 1. Oktober kurz vor Mitternacht am Bahnhof Haldensleben in die Regionalbahn eingestiegen, die von Wolfsburg nach Magdeburg fuhr. Die Fans des Halleschen FC waren schon im Zug. Sie befanden sich auf dem Rückweg von einem Auswärtsspiel in Köln nach Halle.

Der junge Mann soll vor seinem Sturz aus dem fahrenden Zug in Haldensleben die Tür selbst geöffnet haben. Eine nach ihm benannte Ermittlungsgruppe "Hannes" der Polizei arbeite mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls, heiß es. Unklar ist noch, weshalb sich die Zugtür während der Fahrt hat öffnen lassen.

Der Mann hatte schwere Kopfverletzungen erlitten. Eine Stunde nach dem Sturz war er an den Bahngleisen gefunden worden. Laut Polizei starb er am Mittwoch im Krankenhaus. Fans des 1. FC Magdeburg riefen via Kurznachrichtendienst Twitter zu einer Mahnwache für den jungen Mann am Abend auf. Diese sollte am Magdeburger Stadion sein, wie aus Fankreisen verlautete, sagte ein Sprecher des 1. FC Magdeburg. (dpa)

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