Kommentar über den Loveparade-Prozess Überfälliger Prozess

Auch wenn es im Prozess zum Loveparade-Unglück von Duisburg womöglich keine Verurteilung geben sollte: Es ist wichtig, dass der Prozess überhaupt stattfindet, meint Markus Peters.
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Überfälliger Prozess
Von Markus Peters

Mehr als sieben Jahre nach der Massenpanik bei der Love­parade in Duisburg ist der längst überfällige Prozess gestartet. Endlich – aber leider auch mit den üblichen juristischen Scharmützeln wie Besetzungsrügen und Befangenheitsanträgen. Dabei haben die Verteidiger der sechs angeklagten Angestellten der Duisburger Stadtverwaltung keinen Grund, das Verfahren über die Verjährungsgrenze im Juli 2020 hinauszuzögern. Denn für eine Verurteilung wäre der Nachweis notwendig, dass die Veranstaltung zwangsläufig in einer Katastrophe enden musste.

Dieser Nachweis wird wohl kaum zu erbringen sein, weil die Veranstaltung nicht so durchgeführt wurde, wie es im Sicherheitskonzept vorgesehen war. Es hätte laut Genehmigung niemals einen ungehinderten Zugang in den Tunnel geben dürfen, an dessen Ende es dann zu dem tragischen Unglück kam.

Lesen Sie auch

Verantwortlich für die Absperrung an beiden Tunneleingängen war die Polizei. Während die Sperrungen auf einer Seite funktionierten, kam es auf der anderen für längere Zeit zu einem unkontrollierten Zustrom der Besucher. Es bleibt unverständlich, dass nicht auch der dort zuständige Einsatzleiter der Polizei auf der Anklagebank sitzt.

Lesen Sie auch

Selbst wenn es in dem Verfahren nicht zu einer Verurteilung kommen sollte: Es ist trotzdem wichtig, dass der Prozess stattfindet und die Katastrophe juristisch vollständig aufgearbeitet wird. Nur so können aus dem Geschehen alle notwendigen Konsequenzen gezogen werden. Das ist man den 21 Toten und 652 Verletzten von Duisburg schuldig.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+