Aids UN wollen mit Annie Lennox über Aids aufklären

New York. Mit der britischen Sängerin Annie Lennox wollen die Vereinten Nationen Frauen über Aids aufklären. «Wir müssen die Frauen in der ganzen Welt stark machen, damit sie sich gegen die Infektion schützen können», sagte der Chef des UN-Hilfsprojektes UNAIDS, Michel Sidibé, in New York.
03.03.2010, 12:15
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New York. Mit der britischen Sängerin Annie Lennox wollen die Vereinten Nationen Frauen über Aids aufklären. «Wir müssen die Frauen in der ganzen Welt stark machen, damit sie sich gegen die Infektion schützen können», sagte der Chef des UN-Hilfsprojektes UNAIDS, Michel Sidibé, in New York.

Nach seinen Worten sind vor allem in Afrika weit mehr Frauen infiziert als Männer. Zudem würden Frauen mit Aids schneller ausgegrenzt. Sie hätten auch kaum Zugang zu Medikamenten. Lennox sagte, sie wolle dem Westen das Problem der infizierten Frauen in der Dritten Welt nahebringen. «Früher war der Schwule, der Drogendealer, das Gesicht von Aids. Aber eigentlich ist die afrikanische Frau das Gesicht dieser Epidemie, die Züge eines Völkermordes annimmt.»

«Die 30 Jahre der Aids-Epidemie waren auch durch 30 Jahre Ungerechtigkeit gegenüber Frauen geprägt. Und die Ungerechtigkeit wächst noch», sagte Sidibé. Zudem betreffe die Krankheit vor allem Frauen im gebärfähigen Alter.

Mit einem Fünfjahresplan will UNAIDS Regierungen ansprechen, aber auch die Frauen selbst aufklären. «Wir müssen die Regierungen dieser Welt dazu drängen, die Menschenrechte der Frauen und Mädchen zu schützen. Gleichzeitig wollen wir für mehr Informationen sorgen, weil Frauen beim Schutz vor Aids und bei der Behandlung andere Bedürfnisse haben als Männer», sagte der aus Mali stammende UNAIDS-Chef.

Lennox sagte, dass zum Beispiel in Südafrika der Anteil der erkrankten jüngeren Frauen dreimal höher sei als der der Männer. «Ein Grund ist sexuelle Gewalt. In Südafrika wird jede Minute eine Frau vergewaltigt. Aber statt ihnen zu helfen, werden diese Frauen ausgegrenzt.»

Aids sei nicht verschwunden. «Verschwunden ist nur unsere Wahrnehmung», sagte die ehemalige Eurythmics-Sängerin («Sweet Dreams»). «Und deshalb muss es unser wichtigstes Ziel sein, das Thema wieder in die westlichen Köpfe zu bringen.» (dpa)

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