Ironische Werbekampagne Valentinstag: Gratulieren mit Donald Trump

Der Gedanke an US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump dürfte viele nicht sofort in romantische Stimmung versetzen. Eine Werbeagentur versucht das trotzdem - und nutzt Trumps Sprüche für Liebeskarten.
12.02.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Valentinstag: Gratulieren mit Donald Trump
Von Katrin Pribyl

Der Gedanke an den konservativen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump dürfte viele nicht sofort in romantische Stimmung versetzen. Eine Werbeagentur versucht das trotzdem - und nutzt Trumps Sprüche für Liebeskarten.

Britische Abgeordnete nannten Donald Trump kürzlich einen „Clown“, der mit oft lächerlichen, populistischen und ungeheuerlichen Sprüchen für Aufsehen sorgt.

Die Londoner Werbeagentur CP&B hat nun Trumps Unbeliebtheit in den (manche würden sagen:) Gefühlsduselei-Verwandlungs-Topf gesteckt. Immerhin steht am 14. Februar der Valentinstag an, und in Großbritannien ist der Grußkarten-Wahnsinn ausgebrochen. Die kreativen Köpfe münzten die empörendsten Kommentare des Immobilien-Milliardärs in eine ironische Valentinstags-Kampagne um. So steht das Zitat „Meine Schönheit ist, dass ich sehr reich bin“ auf einer der stylish gestalteten Karten. Beim Aufschlagen richten sich die Worte an den Leser: „Aber du bist einfach schlichtweg wunderschön.“ In einem anderen Beispiel heißt es auf der Außenseite: „Dieser äußerst teure Schwachsinn von der globalen Erderwärmung muss aufhören.“ Im Inneren dann nicht mehr Trumps Meinung, sondern ein Liebesschwur: „Aber was nie enden wird, ist meine Liebe für dich.“ Happy Valentine‘s Day!

Geht der Valentinstag auf christliche Märtyrer zurück?

Dass die Idee ausgerechnet in einer britischen Agentur ersponnen wurde, verwundert kaum. Zum einen weil es im Königreich eine Karte zu allem und zu nichts gibt. Ob schön, lustig, ernst, edel oder albern – willkommen im Wünscheparadies. Für den Kurzen-Gruß-per-Post-Nachschub sorgen die reinen Grußkartenläden, die auf der Insel genauso zahlreich verstreut sind wie Immobilienmakler. Zum anderen aber stammt der Brauch, dekorierte Karten an die Geliebten zu schicken, aus England, während der exakte Ursprung des Valentinstags nicht ganz geklärt ist. Historiker vermuten, er geht auf einen oder mehrere christliche Märtyrer mit dem Namen Valentinus zurück, der am 14. Februar 269 enthauptet wurde, weil er als einfacher Priester Verliebte trotz eines Verbots durch Kaiser Claudius II. nach christlichem Ritual verheiratet haben soll.

Im angelsächsischen Raum wurde der 14. Februar populär unter Liebenden, nachdem das Gedicht „Parlement of Foules“ („Parlament der Vögel“) des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer im Jahr 1383 am Hof König Richards II. öffentlich vorgetragen wurde. Es ist der erste schriftliche Beleg einer Verbindung des Valentinstags mit romantischer Liebe. In dem Gedicht versammeln sich Vögel zu einer Valentinsfeier, damit jeder einen passenden Partner findet.

Erste Liebeskarten im 18. Jahrhundert

Die Geschichte von Chaucer dürfte wiederum dazu geführt haben, dass in England seit dem 15. Jahrhundert durch Lose gerne Valentinspaare gebildet wurden, die sich, etwa wie beim Wichteln, kleine Aufmerksamkeiten schenkten.

Die ersten Karten zum Valentinstag wurden im 18. Jahrhundert verschickt. Handgefertigt, oft mit Blumen und Liebesknoten sowie mit viel Poetik versehen, wurden sie unter dem Türschlitz hindurchgeschoben oder an den Türklopfer des oder der Herzallerliebsten gebunden. Erst im Viktorianischen Zeitalter begann die Kommerzialisierung der Romantik.

Die Industrialisierung auf der Insel Anfang des 19. Jahrhunderts ermöglichte es, Karten in großen Mengen zu produzieren und der Karten-Trend unter Turteltauben wurde immer beliebter. Englische Auswanderer nahmen die Sitte mit in die Vereinigten Staaten, und US-Soldaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik stationiert waren, exportierten den Valentinsbrauch nach Deutschland. Werbespots der Karten-, Blumen- und Schokoladenindustrie, Filme und Serien taten ihr Übriges, damit die Welt Jahr für Jahr kurz vor dem 14. Februar im Blumen- und Kartenmeer zu ersticken droht. Ob sich Geschäftsmann Donald Trump dazu bereits geäußert hat, ist derweil nicht überliefert.

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