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Birgit Svensson über Obamas Irak-Politik Es ist nur zu verständlich, dass Barack Obama keine Kampftruppen in den Irak schicken will. Wer den irakischen Premier erlebt hat, als die amerikanischen Truppen 2011 abzogen, kann die Reaktion des US-Präsidenten nachvollziehen.
21.06.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Birgit Svensson

Birgit Svensson

über Obamas Irak-Politik

Es ist nur zu verständlich, dass Barack Obama keine Kampftruppen in den Irak schicken will. Wer den irakischen Premier erlebt hat, als die amerikanischen Truppen 2011 abzogen, kann die Reaktion des US-Präsidenten nachvollziehen. Demütigend für die Amerikaner, ließ Nuri al-Maliki sich selbst als Befreier von der Besatzung feiern und brüstete sich damit, dass nicht ein einziger US-Soldat auf irakischem Boden verbleiben werde. Und jetzt sollen sie ihm mit Luftschlägen helfen, weil seine Armee eine Schlappe nach der anderen von ein paar Tausend Dschihadisten einstecken muss?

Die USA haben viele Fehler im Irak gemacht, zu viele. Dafür mussten sie und müssen sie noch immer büßen. Doch Obama tut gut daran, nicht einen Fehler mit einem anderen ausbügeln zu wollen. Für die heutige Misere im Irak ist einzig und allein Al-Maliki verantwortlich. Seit die Amerikaner weg sind, handelt er rücksichtslos in eigenem Machtinteresse. Wer auch immer sich ihm in den Weg stellt, wird gnadenlos bekämpft. Die 300 amerikanischen Militärberater, die Obama nach Bagdad schicken will, sind daher reine Makulatur, bedenkt man die Zahl der US-Soldaten, die einmal zwischen Euphrat und Tigris kämpften: 175 000. Natürlich hat Al-Maliki die Dimension der Entscheidung aus Washington begriffen. Trotzig sagte er gestern im Staats-TV: „Wir kommen auch ohne die klar.“

politik@weser-kurier.de

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