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Frauke Fischer zur Schulverpflegung Bis zu 15000 Mittagessen sind in Bremer Schulen im vergangenen Jahr ausgegeben worden. Ob die Teller leer gegessen wurden, weil die Gerichte Schülern und Lehrern geschmeckt haben, taucht in keiner Statistik auf.
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Viele Zutaten
Von Frauke Fischer

Frauke Fischer

zur Schulverpflegung

Bis zu 15000 Mittagessen sind in Bremer Schulen im vergangenen Jahr ausgegeben worden. Ob die Teller leer gegessen wurden, weil die Gerichte Schülern und Lehrern geschmeckt haben, taucht in keiner Statistik auf. Doch im Zweifelsfall stimmen die Mittagsgäste mit den Füßen ab und bleiben der Mensa fern.

Wer sich mit Schulverpflegung beschäftigt – und das tun neben Bildungs- und Gesundheitsbehörden auch Krankenkassen, Schulen, Eltern sowie der ganze Wirtschaftszweig der Caterer –, muss viele Zutaten für ein gutes Rezept beherzigen und Qualitätsstandards erfüllen. Das Essen soll gesund sein und dabei noch gut aussehen, denn das Auge isst bekanntlich mit. Anbieter müssen verschiedene Geschmäcker, religiöse und weltanschauliche Belange berücksichtigen. Lange Wartezeiten bei der Ausgabe darf es nicht geben, sonst ist die Mittagspause vorbei und keine Zeit mehr für Fußball auf dem Hof oder Plaudern in der Clique. Genügend Platz zum Sitzen und Ruhe sind außerdem vonnöten. Lehrer und ältere Schüler können Vorbilder sein, sodass es im besten Fall cool ist, in die Mensa zu gehen – und nicht zum Imbiss um die Ecke.

Wer all diese Aspekte ernst nimmt, wird schnell feststellen, dass Schulverpflegung etwas anders ist als sonstige Großküchenkost. Ein bisschen pädagogisches Gespür der Betreiber, der Mitarbeiter in Küche und Ausgabe sind gefragt, entsprechende Schulungen hilfreich. Dass Mensenbetreiber bestimmte Qualitätsstandards erfüllen müssen, die in einigen Bereichen womöglich noch verschärft werden sollten, liegt deshalb nahe. Ob ein Caterer letztlich erfolgreich ist, ob Schüler und Lehrer gesund, gut und gern essen, was in ihrer Mensa auf den Tisch kommt, lässt sich zwar nicht bis ins kleinste Detail über Ausschreibung und Kontrollen regeln. Um die Akzeptanz von Schulessen weiter zu vergrößern, tun Behörden und Betreiber gut daran, Kritik und Anregung von Schülern, Eltern und Lehrern weiterhin ernst zu nehmen und für gute Rahmenbedingungen in den Schulen zu sorgen. Gute Schulverpflegung nämlich ist Teil der Bildung.

frauke.fischer@weser-kurier.de

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