Dieselskandal VW: Millionenvergleich zu britischer Diesel-Massenklage

In mehreren Ländern laufen auch knapp sieben Jahre nach dem großen Diesel-Crash noch juristische Verfahren gegen Volkswagen. In Großbritannien hat der Konzern sich jetzt mit Verbrauchern verglichen, bevor es zu einem großen Prozess kommen konnte.
26.05.2022, 12:49
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von dpa

Volkswagen hat nach einer britischen Massenklage im Dieselskandal einen Vergleich in Höhe von rund 227 Millionen Euro (193 Mio Pfund) geschlossen. Geklagt hatten mehr als 90.000 Besitzer von Diesel-Fahrzeugen der Konzernmarken VW, Audi, Seat und Skoda wegen manipulierter Emissionsdaten. Das Verfahren, das im Januar 2023 am Londoner High Court verhandelt werden sollte, gilt als größte je vor einem englischen Gericht vorgebrachte Sammelklage.

Im Rahmen des Vergleichs seien keinerlei Eingeständnisse von Haftung, Kostenverursachung oder Verlust gemacht worden, betonte Volkswagen in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Klägerseite am Mittwoch. Zugleich entschuldigten sich die Wolfsburger aber bei ihren Kunden für den Einbau der Manipulationssoftware und kündigten an, deren Vertrauen zurückgewinnen zu wollen. „Der Vergleich ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Volkswagen Group, um die zutiefst bedauerlichen Vorfälle bis zum September 2015 hinter sich zu lassen“, sagte VW-Chefjurist Philip Haarmann der Mitteilung zufolge.

Der Geschäftsführer der Anwaltsfirma Slater and Gordon, die etwa 70.000 Kläger vertrat, zeigte sich „immens stolz“ über das Ergebnis. „Der Vergleich macht einen langen, komplexen und teuren Gerichtsprozess überflüssig, und wir sind erfreut, dass wir diese Einigung für unsere Klienten als Ergebnis der Sammelklage erreicht haben.“

Eine illegale sogenannte Abschalteinrichtung hatte bei dem in Millionen Autos verbauten Dieselmotor EA189 erkannt, ob der Wagen in einer Testsituation war. Nur dann war die Stickoxid-Reinigung ganz aktiviert, während auf der Straße ein Vielfaches an Schadstoffen in die Luft geblasen wurde.

Weltweit gab es zahlreiche Verbraucher- und auch Investorenklagen gegen Volkswagen, in manchen Ländern sind sie nach wie vor nicht abgeschlossen. Die rechtlichen „Dieselgate“-Kosten und Rückstellungen für den Konzern belaufen sich inzwischen auf über 33 Milliarden Euro.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+