Katastrophengebiete

Weiter Gewitter möglich - Aufräumarbeiten gehen voran

Überflutete Straßen und Keller voll Wasser - in Bayern werden vor allem im Süden immer wieder Menschen vom Unglück getroffen. Entspannung ist erstmal nicht in Sicht.
27.07.2021, 06:17
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Offenbach (dpa) - Nach schweren Unwettern in Teilen Deutschlands bleibt es auch in den kommenden Tagen lokal gewittrig. In der Nacht zum Mittwoch verbreiten sich von Westen und Südwesten nach Nordosten einzelne Gewitter mit Starkregen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte.

In Bayern sei teils auch mehrstündiger Starkregen mit bis zu 35 Litern Niederschlag pro Quadratmeter möglich. Überschwemmungen und extreme Sturzfluten sind nach Angaben des bayerischen Hochwasserdienstes nicht ausgeschlossen.

Leicht unbeständig ist es laut DWD am Mittwoch in Deutschland. «Auch wenn die Tiefs nun nach und nach die feucht-warmen Luftmassen aus Deutschland verdrängt haben, muss vor allem in der Nordwesthälfte mit Schauern und Gewittern gerechnet werden», hieß es. In den kommenden Tagen erwarten die Meteorologen «typisches mitteleuropäisches Sommerwetter». Dabei bleibt es im Westen und Norden leicht unbeständig und kühler, während im Süden und Osten sommerliche Temperaturen erwartet werden, wie der DWD mitteilte.

Teils heftige Gewitter und Starkregen hatten in manchen Teilen Deutschlands bis in den Montagabend erneut für zahlreiche Unwetter-Einsätze gesorgt. Ein Schwerpunkt lag in Bayern.

Starker Regen flutete im Allgäu und im Landkreis Rosenheim Straßen und Keller. Allein im Landkreis Rosenheim zählte der Krisenstab 340 Einsätze, an denen über 1000 Rettungskräfte beteiligt waren. Bäume blockierten zwischenzeitlich die Bahnstrecke von München nach Salzburg. Auch weit im Norden, in Kiel in Schleswig-Holstein, liefen zahlreiche Keller voll. In der Nacht zum Dienstag entspannte sich die Lage fast überall, wie die Polizeidienststellen mitteilten.

Auch fast zwei Wochen nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit mindestens 179 Toten sind noch Tausende Menschen im Westen Deutschlands ohne Strom. Bei Haushalten mit rund 5800 Menschen sei es bislang trotz aller Bemühungen noch nicht gelungen, die Hausanschlüsse wiederherzustellen, berichtete der Stromversorger Westenergie am Dienstag. Aktuell arbeiten nach Unternehmensangaben rund 800 Mitarbeiter mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung.

Die Menschen in Erftstadt-Blessem (NRW) müssen ihr Trinkwasser weiterhin abkochen. Die Abkoch-Empfehlung bleibe nach Prüfung von entnommenen Proben «bis auf Weiteres» bestehen, teilte der Rhein-Erft-Kreis am Dienstag mit.

In den rheinland-pfälzischen Hochwassergebieten gab es unterdessen weitere Fortschritte bei den Aufräumarbeiten. Nachdem zwei Tage gezielt Müll und Unrat rausgefahren wurde, zeige sich ein «erstes Vorankommen», sagte ein Polizeisprecher in Koblenz. Dennoch würden immer wieder Bereiche entdeckt, wo noch viel zu tun sei. «Das wird noch eine ganze Zeit lang dauern», sagte der Sprecher. Immer wieder finde man beispielsweise Autos. Im Kreis Ahrweiler wollte die Deutsche Telekom am Dienstag einen zusätzlichen Mobilfunkturm in Altenahr aufstellen, auch um die zahlreichen Einsatzkräfte mit Mobilfunk zu unterstützen.

Im Ahrtal wurden nach der Katastrophe viele Tiere ins Tierheim gebracht. Dabei handele es sich oft um Fundtiere, die von Helfern oder Nachbarn entdeckt wurden, sagte die Leiterin des zuständigen Tierheims in Remagen, Madeleine von Falkenburg. Neben Katzen und Hunden seien auch Schildkröten, Reptilien und Koi darunter. Zum anderen wendeten sich derzeit viele Tierbesitzer an das Tierheim und den Tierschutzverein Kreis Ahrweiler, um ihre Tiere vorübergehend in Pflege zu geben.

© dpa-infocom, dpa:210727-99-548349/7

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