Nachwuchs wünscht sich mehr Zeit zum Spielen Weltkindertag in Verden

Verden. "Kinder brauchen Zeit" – unter diesem Motto stand am Donnerstag der Weltkindertag. Rund 400 Kinder aus den Verdener Kitas und Grundschulen haben sich an verschiedenen Aktionen beteiligt.
21.09.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Henrik Schaper

Verden. "Kinder brauchen Zeit" – unter diesem Motto stand am Donnerstag der Weltkindertag. Rund 400 Kinder aus den Verdener Kitas und Grundschulen beteiligten sich an verschiedenen Aktionen.

Mit einem Demonstrationszug vom Lugenstein zum Rathaus begann gestern Vormittag der Weltkindertag in Verden. Auf Schildern und bunten Plakaten hatten die knapp 400 Kitakinder und Grundschüler ihre Gedanken zum Veranstaltungs-Motto "Kinder brauchen Zeit" verewigt. "Zeit zum Spielen" wünschten sich die Mädchen und Jungen der Kita Hönisch. Um dies zu verdeutlichen, hatten sie ihre Lieblingsaktivitäten auf eine große Uhr geklebt.

Die Schützlinge der Kita Neißestraße präsentierten ihren Spruch "Schnick, Schnack, Schneck – nehmt uns unsere Zeit nicht weg". "Wir haben im Vorfeld Gesprächsrunden gebildet, weil wir wissen wollten, ob die Kinder nachmittags zu wenig Zeit zum Spielen haben", sagte Erzieherin Silke Klemeyer. Für die fünfjährige Finja steht fest: "Ich hätte gerne mehr Zeit zum Basteln, weil man mit den Sachen hinterher so toll spielen kann." "Das ist unser Tag. Und es ist etwas Schönes, wenn man ihn mit seinen Eltern verbringen kann", meinte Anes (8) von der Nicolaischule. Seine Klassenkameradin Jette (8) aus der 3b äußerte den Wunsch: "Ich will vor allem mehr draußen und am allerliebsten im Garten spielen."

Auf dem Rathausplatz erwartete Bürgermeister Lutz Brockmann den Nachwuchs: "Ich freue mich, dass die Sonne scheint und Ihr alle lacht." Er wolle zuhören und erleben, "was Ihr macht, wenn Ihr Eure Kinderrechte feiert", so Brockmann. Die Stadt versuche, mit ihren Kindergärten und Schulen gute Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Kinder zu schaffen.

Ausstellung im Rathaus

Das Rahmenprogramm eröffnete die Tanz-AG der Grundschule am Sachsenhain unter Leitung von Gabi Hartz-Kruckenberg mit einem katalanischen Stocktanz. Danach gehörte Liedermacher Jacek Wohlers die Bühne. Ihm sei es eine große Ehre, für sein junges Publikum zu spielen. Mit Songs wie "Wenn der Elefant in die Disco geht" oder "Das Lied vom Känguruh" animierte der Verdener Komponist die Kinderschar zum Mitmachen und Tanzen. Seine kleinen Fans ließen sich nicht lange bitten und stürmten am Ende sogar die Bühne.

"Seit 1996 wird der Weltkindertag auch in Verden gefeiert", berichtete Sabine Mandel von der Stadt. Unter ihrer Federführung entstand die Ausstellung zum Thema "Kinder brauchen Zeit" im Rathausneubau. Neben den Kitas und Grundschulen haben sich auch die Nachmittagsbetreuungen mit einzelnen Beiträgen beteiligt. Die vierwöchige Ausstellung läuft noch bis zum 17. Oktober.

Am Nachmittag feierte der Verdener Ortsverband des Kinderschutzbundes sein fünfjähriges Bestehen mit zahlreichen Aktionen am Lugenstein. Besonders beliebt bei den Kindern war das Spielen mit den Seifenblasen. "Unser Anliegen ist es, die Kinderrechte zu unterstützen und dass alle Kinder gleiche Chancen haben", sagte Petra Wieckhorst, Gründungs- und Vorstandsmitglied. Der einzige Ortsverband des Kinderschutzbunds im Landkreis zählt 23 Mitglieder, die sich – bis auf eine Honorarkraft – ehrenamtlich engagieren. "Unser Zugpferd ist die Gruppe für Trennungs- und Scheidungskinder", so Wieckhorst.

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